Archiv für die Kategorie ‘Umwelt’

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gelobtes Land

Juli 24, 2009

„Wir leben in einem gelobten Land“ sagte meine Oma immer. Und damit brachte sie nicht ihre religiöse Seite zum Ausdruck, sondern es war ihr empirisches Wissen zu unseren Lebensbereich hier oben in Norden von Deutschland. „Bevor das Unwetter bei uns hier angekommt, hat es sich woanders schon ausgetobt.“

Ihre Worte in Gottes Gehörgang, so dachte ich als Kind. Schon damals erkannte ich die langfristige Beruhigung in den Aussagen meiner Eltern bzw. Großeltern. Deshalb blieben mir diese Worte meiner Oma bis heut noch in Erinnerung und wenn über die Medien von Überschwemmungen in anderen Landregionen erfahre, lehne ich mich beruhigt zurück. Meine Oma hat ja gesagt „Bei uns nicht“.

Doch als ich gestern von der Arbeit nach Hause kam, schienen die beruhigenden Worte meiner Oma das erste mal ihre beruhigende Wirkung zu verlieren. In kurzer Zeit zogen sich die dunklen Wolken zu schwarzen Wolken zusammen, sanken sich über Rostock ab. Sie waren extrem mit Wasser geladen und es konnte sich nur um Minuten handeln, bis der ganze nasse Segen runter kommt. Ich war grad mit dem Bus unterweg und hoffte darauf, noch unter den schwarzen Wolken trocken nach Haus zu kommen. Aber das war nur ein frommer Wunsch. Es platzte das Wasser wie aus einer Wasserbombe auf die Erde und verwandelte alles um mich herum in ein Grau ins Grau. Nur noch schattenhaft konnte man die Bäume im Hintergrund erkennen.

Von der Bushaltestelle bis zu mir nach Haus war e snur wenige Minten, doch reichte er, dass ich trotz Regenschirm bis auf die Haut naß wurde. Der Regen kam von allen Seiten, er ergoß sich von oben, sprüchte mich von der Seite voll und von unten spritzen das Wasser gegen meine Hose.. Eine Minute nahm ich mir Zeit, das Wasserspektakel per Kamera festzuhalten, während die anderen vor dem Wasser von oben flüchteten.

Das war der Moment in dem das Vertauen in den Worten meiner Oma ins wanken kam. es stieg für einen kurzem Moment eine Vision in meinen Kopf, in der ich meine Wohnung unter Wasser sah.
„Was ist, wenn es jetzt nicht mehr aufhört und das Wasser ungehintert steigt?“
„Was ist, wenn die Kanalisation die Wassermengen nicht mehr aus der Stadt leiten kann?“
„Was ist, wenn die Rückstauklappen am Haus versagen und das Wasser über´s Bad in meine Wohnung – sie liegt im Erdgeschoß – läuft?“

Das erste mal rückte die Angst vor Unwetter in eine gefühllte . Das erste mal konnte ich die Not der Menschen besser nachvollziehen, die von Unwetter so stark getroffen werden, dass sie sogar ihr Hab und Gut verlieren. Als in meiner Wohnung stand, war ich froh, dass doch kein Wasser aus dem Bad in meine Wohnung gluckerte. Kurze Zeit später erfüllten sich die Worte meiner Oma doch noch und der Regen endete so plötzlich, wie er gekommen war und am Horizont öffnete sich wieder die Wolkendenke für die untergehende Sonne.

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Kletterpartie im toten Holz

Juli 19, 2009

Wenn Bäume alt und brüchig werden, entfaltet sich nach ihrem Leben noch einmal ein Eigenleben. Nicht nur die Käfer und Insekten können sich in seinem Inneren tummeln, auch der Mensch erobert sich gern so ein verknorrtes Objekt.

Obwohl ich in einer sogenannten Plattenbausiedlung lebe, gibt es in meinem Umfeld zahlreiche grüne Oasen und jede Oase für sich hat seine eigene Idylle. Neben den Spielplatzen für KLein und Groß hat auch die Natur etwas für´s Auge zu bieten.

eine alte Weide auf der Wiese – sie hat ihre grünen Zeiten schon weit hinter sich gelassen und was von ihr bleibt regt die Fantasie an

Dieser Baum – eine Weidenstumpf – scheint von einem Blitz gespalten, denn seine Innereien sind verkokelt.

Ein schillernder Besucher hatte schon seinen Platz an der Sonne eingenommen und war von der Kamera unbeeindruckt.

Was so eine kleine Fliege kann, kann ich auch. Zum Glück war meine Tochter dabei und so konnte ich meine Hohlbaumbesteigung fotografisch festhalten.

So eroberte ich den hohlen Baum im Sturm. Vorbei an Käfern und Kellerasseln schob ich meine Zehen.

So eine Weide ist zum Glück keine Himmelsleiter und so kann ich mir einen Blick in die Kamera schon mal leisten.

einmal kurz lächeln und einmal posen

Das Rumhangeln im Baumstumpf war im Gegensatz zum Posen ein einfacher Akt. Jetzt weiß ich, was die Heidis Models leisten müssen.

so oder so?
egal – Bauch rein und Brust raus kann nie falsch sein – doch wohin mit dem Beinen, den Füßen, den Armen und den Händen?

Vielleicht sollte ich mal auf der anderen Hälfte posen und ich steige um. Wann hab ich schon mal einen Fotografen dabei?

Hier mach ich nicht die Vase, sondern den Baum aus dem Yoga. :-) )

Ja, das war ein kleiner bildhafte Bericht vom Spaziergang mit meiner Tochter und einer kleinen Kletterpartie als Einlage heut vormittag.

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veregnete Eindrücke

Juli 17, 2009

sommerlichen Wetterkapriolen liesen uns heut vor Hitze fast zerschmelzen und gegen abend im Regen stehen.

entläd sich zum Glück selten über der Stadt – irgendwie bleibt es über der Ostsee hängen-  so ging das Grummeln der düsteren Wolken im Regenparsseln unter.

zum Glück saß ich schon in der Straßenbahn, als der Platzregen einsetzte

das Steintor im Regen

die alte Stadtmauer mit der Petri Kirche im vorbeifahren

die Regenwolken verdunkeln die Stadt schon am frühen Nachmittag

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Ostseegrüße

Juli 3, 2009

Blick von Warnemünde auf die hohe Düne mit seinem neu erbauten Yachthafen. Es ist ein malersicher Ort geworden und ich beneide jeden Segler, der dort nach einer langen Seereise anlegen kann

In meinem nächsten Leben werde ich erst schwimmen lernen und dann wie Tania die Welt im Sturm erobern. Nachdem ich den Reisebericht ausgelesen hatte, litt ich tagelang unter Fernweh und Mangel an Abenteuerlust.

Der alte Strom in Warnemünde ist immer gut besucht – zu jeder Jahreszeit.

Wenn Passanten sich niederlassen, erwarten die Möwen immer eine Spende, denn die Fischkutter fahren ja seit Jahren schon nicht mehr zum Fischen raus, statt dessen werden die Besucher von Warnemünde auf das Wasser gefahren, damit sie sich die frische Brise der Ostseeluft um die Nase wehen lassen können.

Ostseesand gibt es genug, denn der Strand von Warnemünde ist wahnsinnig breit.

Für die Einheimischen ist der Strand manchmal zu breit und nehmen die Fähre zur anderen Seite der Warnow und legen sich am schmaleren Strand von Markgrafenheide – eine kleiner Badeort gegen über von Warnemünde in dem es kein Supermarkt gibt.

Der bekannte Leuchtturm von Warnemünde mit dem Teepott an seiner Seite

Der Leuchturm ist einer der wenigen, die abends das Licht noch rundum leuchten lassen.

Stimmungsbild von der Warnow, die in der Ostsee mündet

Abendbilder in Gegenlicht der Sonne sind immer ein Augenschmaus. :-)

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Makroreise

März 18, 2008

Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte mal so richtig auf eine Reise gegangen bin. All die Reisen die ich in den letzten Jahren und Monaten machte, waren eher Zweckreisen. Ich trat die Reise eben nicht der Reise willen hat.

Doch  getreu dem Motto „Jedem Nachteil steht ein Vorteil gegenüber“ erlebe und genieße ich jeden Außerhausweg – und sei es nur zum Einkaufen – als individulle Makroreise. Also schnell mal vor die Tür um schnell wieder zurück an den heimischen Herg ;-) . Doch auch von noch so einen kleinen Makroreise bringe ich oft ein paar bildhafte Eindrücke mit, die ich  mit meiner DigiCam nach Haus bringe.

Da fand ich heut den noch jungen Straßenbaum sehenswert, in dessen Krone ganz oben sich eine Einkaufstüte verfangen hatte und nun wie ein Windbeutel die Windrichtung anzeigt.

Von Stillleben

Als nächstes – gleich um die nächste Straßenecke sozusagen – stoße ich auf die letzten sterblichen Überreste der Schule „Astrid Lindgren„, die schon seit Tagen in Einzelstücken aus meinem Wohngebiet entfernt wird.

Von Abriß

Dann endlich komme ich in eine gemütlichere Gegend, deren Häuser von seinen Vermietern  ein Outfit verpaßt bekamen, das perfekt in die Osterzeit paßt. Zumindest erinnerte mich die Farbzusammenstellung an die vielen Osterecken in Warenhäusern und Drogieren.

Von Rostock

Und dann, gleich dahinter oder besser gesagt, rechts daneben steht ein Zierstrauch, der alles an sich trägt. Die Früchte vom letzten Jahr und die geöffneten Knospen von diesen Jahre.  Alt und Neu – friedlich beieinander – das war für mich ein Knipser für meine Kamera wert.

Von Natur

Was im Sommer das Laub versteckt, kann ich vom Winter bis in´s späte Frühjahr sehen, wenn ich meine Blick nicht an den Boden hefte, sondern auch über den Horizont schweifen lasse. Dabei entdeckte ich eín altes Vogelnest. noch unbewohnt aber doch bewohnbar, das in aller Ruhe und im Mitten einer Baumkrone und einer Einkaufszone auf seine neuen Mieter wartet.

Von Natur

Das war eine kleine Nachlese von meiner kleinen Makroreise – die in Wahrheit nur mein Weg von der Wohnungstür zum Supermarkt und zurück war. Das oben genannte Zitat von W. Clement Stone paßte vorzüglich zu meinem Eintrag. Es lag als abgerissenen Kalenderblatt von gestern noch auf meinen Tisch.