Spass


Sie sitzt zurück gelehnt und leident im Sessel, während er seine Nadel im Tempo einer Nähmaschine über ihre Haut sticheln läßt. “PEACE” hat sie sich bestellt, dass soll er als Tattoo auf ihren Oberarm für immer eintätowieren. Es endles Wort, mit dem Frau sich jeder zeit auch ärmellos sehen lassen kann.

Als er fertig ist, zeigt er ihr voll Freude sein Ergebnis. Und so sehr wie voller Freud ist, so sehr ist sie voller Wut, als sie liest, was er Tätowiert hat “P I S”. Sie macht ihn rund, doch weiß er nicht warum. Als er versteht, er hat das Wort PEACE falsch geschrieben, sagt er: “Aber nu ist es zu spät, dat läßt sich nicht mehr korrieren. Dabei zieht er seine Strin so kraus, dass die roten Haarbüschel auf seinem Kopf sich bewegen.

“Dann nehm doch PISASTUDIE dafür, dat geht doch auch” schlägt er ihr vor.

“Du hast sie wohl noch nicht alle” sie ist empört, dass ihm nicht besseres einfällt.

“OK, dann krichste auch das Arschgeweih umsonst” bietet er ihr an.

“Nee, dat kommt gar nicht in die Tüte” sie - immer noch wutentbrannt - ”Dann mach eben wat anderes draus, eine Blume oder so, dann ist das alles vergessen” bietet sie ihm an.

“Krichste dat hin?” fragt sie zur Sicherheit noch einmal nach.

“Klar, krieg ich das hin” und er setzt fachmännisch die Stickelmaschine auf den vermurksten Oberarm dran.

Mit schmerzvollen Blick lehnt sie sich wieder in den Sessel zurück und läßt die Stichelei über sich ergehen. Die Blume braucht ihre Zeit, doch auch die längste Behandlungszeit geht einmal vorbei. Bevor sie sich die tätowierte Blume auf ihren Oberarm ansehen darf, desinfiziert er noch einmal das frische Tattoo und präsentiert ihr voller Stolz das Ergebnis seiner Kreativität.

PISS
NELKE”

Mit ihrem Aufschrei endet die Szene einer Commedyserie im Fernsehen und mit meinem Lachkrampf mein Fernsehabend.

zu meinem Haeder und der vorgerückten Stunden, übernehme ich heut einfach mal - und  ungefragt bzw. unaufgefordert - das Stöckchen von Kalle

Das wird sicher nicht das letzte Stöckcken sein, dass ich in mein Blog einbinden werde, doch dieses Stöckchen ist so schlicht und einfach, genau das richtige für meine letzte Stunde des Tages.

1. Letzte Zigarette?
Vor 10 Jahren, inkl.  zwei Rückflällen :-(

2. Letzte Autofahrt?
Ok ich oute mich, ich lasse Autofahren. Und die Fahrt war eben. Ich wurde freundlicher weise bis vor die Haustür gefahren.

3. Letzter Kuss?
Gestern - ein Wangenkuss von Sohnimann, weil ich ihm seine nächtlichen Umzüge verziehen habe.

4. Letzter Weinkrampf?
Achja - das war da

5. Letztes Buch?
“Ich bin dann eben mal weg” in Arbeit

6. Letzter Film?
Kirschblüten Hanami - heut Abend

7. Letztes Schimpfwort?
So eine Kacke (mein Lieblingsschimpfwort) - heut nachmittag. Ich wollte eine Datei abspeichern, die in der Vorarbeit viel Zeit gekostete, doch ich bekam nur Fehlermeldungen. Das sind die Momente, in denen ich die Kiste durchschütteln möchte, doch ich beschränke mich  - zur Freude meines Übermieters - auf´s fluchen.

8. Letztes Getränk?
selbstgemachter Ingwertee, weil ich mir den Geschmack am Kaffee nicht verderben will.

9. Letztes Essen?
Schnitten mit Senf und Frischkäse, so zwischen Kino und Telefonat.

10. Letzter Anruf?
Gegen 22.30 Uhr. Ein Trostpflaster für meinen verlassenen Neffen

11. Letzte Sendung im TV?
Sechserpack, so zwischendurch und nur den letzten Rest des Sendung

12. Letzte Dusche?
Heute morgen, nach der Bürstenmassage

13. Letzte CD?
Reamonn Wish live (selbst gekauft und 100 mal gehört

14. Letzter gekaufter Gegenstand?
die Kinokarte

PS: Doch Reamonn bekommt bei mir jetzt Konkurrenz 


 

Auf meinem Balkon steht seit Jahren ein Bär auf der Brüstung. Er ist eine Erinnerung an die verspielten Kinderjahre von Sohnimann. Der Bär entstand, als er 10 oder 11 Jahre alt war, jezt ist er schon 18 Jahre und fast jedes Wochenende auf der Piste.  Aber sein Bär steht seit Jahren fest wie eine Eiche auf der Brüstung, keine noch so schlechte Wetterlage hat ihn von der Brüstung gerissen.  Ja, er überstand sogar die Kletterpartie eines verirrten Freundes - wir wohnen in der ersten Etage - der sich vollgetankt und Mitternacht auf den Balkom kletterte. Doch der Bär hielt seinen Schutzengel auch dafür bereit und so steht es seit Jahren an diesen Platz.

Von Stillleben

Heut Nacht stand er mit seinen Füßen im letzten und einzogen  Schnee des Jahres und das, obwohl der Frühlings kalendarisch schon Einzug hielt und der Osterhase diese Nacht seine Arbeit machen muß. Der arme Kerl wird sich bestimmt kalte Füße holen.

Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte mal so richtig auf eine Reise gegangen bin. All die Reisen die ich in den letzten Jahren und Monaten machte, waren eher Zweckreisen. Ich trat die Reise eben nicht der Reise willen hat.

Doch  getreu dem Motto “Jedem Nachteil steht ein Vorteil gegenüber” erlebe und genieße ich jeden Außerhausweg - und sei es nur zum Einkaufen - als individulle Makroreise. Also schnell mal vor die Tür um schnell wieder zurück an den heimischen Herg ;-). Doch auch von noch so einen kleinen Makroreise bringe ich oft ein paar bildhafte Eindrücke mit, die ich  mit meiner DigiCam nach Haus bringe.

Da fand ich heut den noch jungen Straßenbaum sehenswert, in dessen Krone ganz oben sich eine Einkaufstüte verfangen hatte und nun wie ein Windbeutel die Windrichtung anzeigt.

Von Stillleben

Als nächstes - gleich um die nächste Straßenecke sozusagen - stoße ich auf die letzten sterblichen Überreste der Schule “Astrid Lindgren“, die schon seit Tagen in Einzelstücken aus meinem Wohngebiet entfernt wird.

Von Abriß

Dann endlich komme ich in eine gemütlichere Gegend, deren Häuser von seinen Vermietern  ein Outfit verpaßt bekamen, das perfekt in die Osterzeit paßt. Zumindest erinnerte mich die Farbzusammenstellung an die vielen Osterecken in Warenhäusern und Drogieren.

Von Rostock

Und dann, gleich dahinter oder besser gesagt, rechts daneben steht ein Zierstrauch, der alles an sich trägt. Die Früchte vom letzten Jahr und die geöffneten Knospen von diesen Jahre.  Alt und Neu - friedlich beieinander - das war für mich ein Knipser für meine Kamera wert.

Von Natur

Was im Sommer das Laub versteckt, kann ich vom Winter bis in´s späte Frühjahr sehen, wenn ich meine Blick nicht an den Boden hefte, sondern auch über den Horizont schweifen lasse. Dabei entdeckte ich eín altes Vogelnest. noch unbewohnt aber doch bewohnbar, das in aller Ruhe und im Mitten einer Baumkrone und einer Einkaufszone auf seine neuen Mieter wartet.

Von Natur

Das war eine kleine Nachlese von meiner kleinen Makroreise - die in Wahrheit nur mein Weg von der Wohnungstür zum Supermarkt und zurück war. Das oben genannte Zitat von W. Clement Stone paßte vorzüglich zu meinem Eintrag. Es lag als abgerissenen Kalenderblatt von gestern noch auf meinen Tisch.

bei Sohnimann. Eine 3 Liter große Trinkflasche mit süßem Erdbeer- Buller -Saft.

Damit mache ich bei ihm gleich 3 Punkte.

1. Ich hab die Flasche allein rangeschleppt

2. die Flasche ist nur für ihn

3. der Einkauf dieses Bullergesöff verstößt gegen meine Gesundheitsregeln.

Damit bin ich gleich drei mal über meinen Schatten gesprungen und ich hoffe, Sohnimann weiß dies zu würdigen und bringt nun endlich mal wieder sein Zimmer auf Vordermann, in das ich niemanden ohne Kompass schicken würde :-)

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