Sommer


Nach 6 Tagen Yoga und Yogalehre wieder im Lande und es zog mich mit meiner Familie in das idyllische Restaurant mitten in meiner Stadt mit den romantsichen Namen Heumond.

Nähe Steintor und Rosengarten liegt das kleine, hinter Bäumen versteckte Restaurant, dass in den Sommermonaten seinen Gästen auch einen schönen Platz im Freien anbieten kann.

Von der aufkommenden Müdigkeit wird mein Kopf so schwer, dass ich ihn kaum halten kann. Nur mit Mühe kann ich dem Drang widerstehen, meinen Kopf nicht auf den Frisörtisch fallen zu lassen. Die Frisöse hatte mir eine große metallene wärmespendende Großhaube über mein mit Farbe eingetüchten Kopf gestülpt. Die Wärme durchdringt nicht nur meine Haare, sie scheint sich auch durch meine Schädeldecke zu arbeiten. Ich halte weiter meinen Kopf hoch und das Buch vor meiner Nase, kämpfe gegen den Sekundenschlaf im Frisiersalon.

Nach 20 Minuten endlich löst die Frisöse mich wieder aus und zieht das Metallgestell zurück. Die frische Luft an meinem Kopf belebt wieder meinen Geist, läßt mich wieder denken. Nachdem sie mir einen frischen Haarschnitt verpaßt, gekomme ich die Rechnung. Das macht 24.-Euro. Ich denke “waaaas? Für meine paar Haare, soooo viiiiel Geld?” Doch den Aufschrei lass ich natürlich nicht hören sondern reiche ihr artig meine Geldkarte über den Tisch.

Meine Karte wird von meiner Frisöe durch den Schlitz gezogen, dann hält sie mir schon den kleinen schwarzen Kasten unter die Nase, in der ich meinen PIN eingeben muss. Ich mache doing doing doing doing auf die Zahlenlatte und das System arbeitet, verschafft sich Zugriff auf mein Konto. Das System nagt heut besonders lang, so finde ich und schaue die Frisöse mit fragenden Augen an. “Das hat nichts zu sagen, an manchen Tagen dauert es, bis die Leitung steht” beruhigt sie mich. Dann hat sich das System ausgenagt und weigert sich, auf mein Konto zuzugreifen.

“Falsche Geheimzahl” oh ..shit. Den PIN hab ich schon mehr als 10 Jahre - nu ist er weg. In meinem Gehirn knistert es vor Anstrengung, doch die Ablage für meinen PIN kann ich nicht finden. Doch in der Weite der Leere meines Kopf taucht ein Blitzlicht auf “Ich hab sie” und mach noch einmal doing doing doing doing auf der Tastatur. Das System frißt wieder an der Tür zu meinem Konto und es dauert und dauert. Nach langen Sekunden das selbe Ergebnis

“Falsche Geheimzahl” oh..so eine Schei..wo ist mein PIN nur geblieben? Ich durchwühle noch einmal meinen Gehirnskasten. In ihm scheint eine große Dürre ausgebrochen zu sein, mein Langzeitgedächnis scheint wie weggebrannt. Doch ich wage es noch einmal. Doing doing doing doing und lasse meine Finger über die Tastaur wandern. Die Zeit schleppt sich, das System rattert und rüttelt an der Tür meines Kontos. Aber nichts pasiert.

“Falsche Geheimzahl” und “der letzte Versuch” Jetzt hab ich den Salat. Die Dienstleistung, die frsiche Frisur, kann ich nicht wieder zurück geben, Bargeld hab ich auch nicht dabei. Entschuldigend reiche ich der Frisösin als Sicherheit perönliche Wertgegenstände rüber und sause zur Bank.

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Blind wie ein Huhn

Ich seh immer noch nix

Hallo, ist da wer???

Ok, ich seh wieder durch, alles wieder roger

Fernab aller fachkompetenten Wertungen und Bewertungen der Ereignisse der letzten Tage in Rostock, bringe ich meine persönlichen Eindrück auf diese Weise zum Ausdruck. Gestern - am späten Nachmittag - machte ich mich noch mal auf den Weg und schaute mir die Innenstadt danach an. Also ganz danach trifft ja nicht zu, denn heut abend findet ja noch die Abschlußkundgebung im Stadthafen statt.
Die friedliche Stille der Staßen, in der es in den letzten Tagen sehr turbulent zu ging, liesen meinen Gedanken eine Menge Freiraum. Ich kann jetzt z.B. nachempfinden, wie Menschen in politsichen Brennpunkten sich fühlen, wenn ihre Stadt oder auch ihr Land sich in einem Ausnahme- oder Belagerungszustand befindet.

Ich gehe noch einmal durch den Boulevard. Die Schaufensterverschläge nehmen jetzt dekorative Züge an, wie hier

oder hier

oder hier, dass sieht auch ganz nett aus:
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doch auch in ruhigen Zeiten ist das wachsame Auge da

hier die KampfStimmung im Stadthafen

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hier die Ablage der Gipfelgegner

das ZDF mit seinem Platz in der Abendsonne
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die Sonne ist verführerisch

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Abendromantik im Stadthafen
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die Santa Barbara von den Kellys hat auch alles gut überstanden
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hier noch etwas Seemannsromantik

hier ein Blick auf die abgebauten Mülleimer der Innenstadt

Doch die beruhigen Bilder täuschen nicht darüber hinweg, dass die Nachwirkungen der Ereignisse - obwohl nicht hautnah dran - in meimem Kopf nachwirken. Mein letzter Traum spiegelte die Eindrücke der letzten Woche noch einmal wieder:

Ich finde mich in einer unübersichtlichen Demokratie wieder. Nichts ist falsch, nichts ist richtig, Niemand weiß vorher, ob er mit seinem Tun das grad geltende Gesetz verletzt. Ich schlängel mich durch das Leben, ohne aufzufallen. Meine große Klappe lass ich aus Sicherheitsgründen zu Haus, meinen Mut stecke ich ganz tief unten wie eine geballte Faust in die Tasche, ich muß ja am Leben teilnehmen.Doch dann vermisse ich ein Familienmitgleid. Es ist für seinen großen Rand bekannt. Ich mache mir Sorgen und suche nach ihm. Ich erfahre, er hat seinen Rand zu weit aufgemacht. Die Polizei hat ihn geschnappt und im Schnellverfahren zum Tode verurteilt. Ich nicke ab, ohne zu begreifem was das heißt. Mein Gehirn sperrt sich gegen rauhe Tatsachen.

Dann steht er vor mir, wie immer. Ich bin erleichtert, denke - ach das war nur ein schlechter Traum. Wir schwatzen wie immer und verabschieden uns gewohnheitsgemäß “Na dann Tschüß”. Dann trennen sich unsere Wege und aus der Ferne höre ich einen Schuß. Mir wird klar, das war doch kein böser Traum., das war Realität und ich bereue noch unsere oberflächliche Verabschiedung

Ja…der Traum sagt mir, dass alles, was hier geschah und vielleicht noch geschehen wird, mir mehr unter die Haut ging, als ich annahm:

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