und löst die türkische Starre um Marco auf.
“Der Chef des Marktführers Öger Tours, Vural Öger, sagte dem Focus: «Diese Haft ist viel zu lang. Sie schadet dem Image des Landes und damit auch dem Tourismus.» Er wolle nicht wissen, «was in Deutschland los ist, wenn der Junge Weihnachten noch in Haft ist»,
Und das will ich auch nicht wissen. Für mich ist sowieso klar, dass ich als Tourist nicht in die Türkei reise. Und auf die Idee könnten noch viele andere kommen.
Marco - auch noch ein Jugendlicher, der auf einen gesonderten Schutz ein Recht hat - wird wie ein Schwerverbrecher behandelt, obwohl noch nichts bewiesen ist. Was wollte die Kleine mit 13 Jahren schon in einer Diskothek, die für Jugendliche (zumindest in Deutschland und das nur bis 22 Uhr) ab 14 Jahre zugelassen ist? Wo war die Mutter, als ihre Tochter mit 13 Jahren allein auf die Piste ging und das in einem fremden Land?
Obwohl schon zum ersten Gerichtstermin nachgewiesen, dass Marco nicht in sie eingedrungen, bleibt er noch weitere 6 Monate in Haft um nach weiteren Beweisen zu suchen?
Zwei junge Menschen, die sich mit ihrer eigenen Sexualität noch gar nicht auskennen. Das hätten die Eltern selber regeln können und sich darüber austauschen.
Ich kann nicht glauben, dass die Mutter des Mädchens gnadenlos gegenüber anderen Müttern sein kann. Ich kann es nicht verstehen. Will sie sich nicht eingestehen, dass ihre Tochter ein Wildfang ist? Nun hat Marco der Mutter ungewollt gezeigt, dass ihre Tochter ein Wildfang ist, wie er im Buche steht. Was nicht sein kann, darf nicht sein:”Meine Tochter tut so etwas nicht”.
Doch was passiert mit der Tochter, wenn das Verfahren ergibt, das Marco unschuldig ist?
Darüber dachte ich kürzlich mit meine Freundin nach.
Für Marco wird sich diese Zeit im türkischen Gefängnis noch nachhaltiga auswirken, wenn nicht gar sein ganzes Leben branntmarken. Ob er je noch einmal einer Frau vertrauen kann, steht in den Sternen. Erst einmal möchte er, als Nahziel, heil raus kommen, aber was kommt danach?
Und für das Mädchen? Was wird aus ihr, wenn das Urteil anders ausfällt, als von der Familie erhofft? Wenn die Beweislast ergibt, dass auch das Mädchen aktiv zu dem Konflikt beigetragen hat? Der Fall ist öffentlich geworden und damit auch das Mädchen. Welcher Mann traut sich später dann noch in ihre Nähe, ohne das er befürchten muß, dass er anschließend möglicher Weise eine Klage an den Hals bekommt?
Ich weiß, meine Betrachtung ist einseitig und setzt die Unschuld von Marco voraus. Aber ich lasse mich von meiner Intution leiten und sehe Marco in diesen Fall eher als Opfer, als als Täter.
Irgendwie scheint es sich um eine unklare Opfer - Täter - Verqiuckung zu handeln.