Absturz


Beitrag von Kalle über Erziehungslager oder Warnarrest

Mein Kommentar konnte in Kalles Blog nicht gesspeichert werden und deshalb hab ich ihn in meine Blog übertragen.

Also wenn ich die Nachrichten so verfolge, dann fällt mir auf, dass eine Kampange gegen die Jugendlichen durch die Berichterstattung nahezu forssiert wird. Man nennt das wohl Manipulation.

Doch sind unsere Jugendlichen nicht ein Spiegelbild unserer Gesellschaft? Geht es in ihr nicht gradezu aggressiv zu? Ich selbst spürte schon die Aggression des Staates, der gnadenos “zuschlägt” wenn der Mensch, den das Leben in seine Abhängigkeit getrieben hat.

Man sagt, die Eltern sind schuld. Aber die sind mitunter genau so hilflos in schwierigen Situationen, wie ihre Kinder, die zum Teil mehr von den Medien als von den Eltern erzogen wurden.

Es gibt im hessischen Raum ein sogenanntes Erziehungscamp. Die Jugendlichen, die dort landen sich in der Regel straffällig geworden und haben die Wahl zwischen Knast oder Camp. Der Leiter setzt sich mit den Jugendlichen in aller Härte auseinander, damit sie wieder ins Leben zurückfinden können. Im Grunde haben sie alle schon in frühster Jugend resigniert und irrten ziellos durch das Leben. Sie wurden regelrecht von ihre Langenweile erschlagen. Und damit sich in ihrem Leben wieder etwas bewegt, machen sie dummes Zeug. Das sind sozusagen ihre NebenKampfplätze, die sie sich geschaffen haben, weil sie schon vor dem Betreten des Hauptkampfplatzes sich selbst aufgegeben haben.

Wenn ein Mensch sich nicht mehr spürt, sucht er sich Reize, die ihn sein Innenleben wieder spüren lassen. Im Moment einer Schlägerei spürt der Mensch sich in allen seinen Facetten und schäumt dabei fast vor Glück über. Man nennt das auch “Kick”. Und das gepaart, mit Aggression ist ein gefährliches Pulverfaß, das, wenn es geöffnet wird, vieles um sich herum zerstört.

Der Staat sollte denJugendlichen sinnvolle Beschäftigungen anbieten, damit sie wieder zu einen gesunden Selbstwertgefühl zurück finden.

Doch was hat der Staat vor? Er will mit Erziehungscamps zurückschlagen. Na, was erwartete er denn von seinen Jugendlichen, wenn er selber nicht besser ist?

Oh sorry, Kalle, jetzt hab ich mir etwas viel Luft gemacht :-).

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag

Gruß Nordstrahl

Seit Tagen verändert sich mein Layout - oder genauer gesagt, das aktulle Layout verschwindet, wird von meinem Explorer nicht mehr gezeigt. Das geschieht allerdings erst, seit dem ich ein Reinigungsprogramm installiert  hatte. Seit heut hat zusätzlich noch den Editor erwischt. Er sieht spartanisch aus, funktioniert zum aber noch.

und löst die türkische Starre um Marco auf.

“Der Chef des Marktführers Öger Tours, Vural Öger, sagte dem Focus: «Diese Haft ist viel zu lang. Sie schadet dem Image des Landes und damit auch dem Tourismus.» Er wolle nicht wissen, «was in Deutschland los ist, wenn der Junge Weihnachten noch in Haft ist»,

Und das will ich auch nicht wissen. Für mich ist sowieso klar, dass ich als Tourist nicht in die Türkei reise. Und auf die Idee könnten noch viele andere kommen.

Marco - auch noch ein Jugendlicher, der auf einen gesonderten Schutz ein Recht hat - wird wie ein Schwerverbrecher behandelt, obwohl noch nichts bewiesen ist. Was wollte die Kleine mit 13 Jahren schon in einer Diskothek, die für Jugendliche (zumindest in Deutschland und das nur bis 22 Uhr)  ab 14 Jahre zugelassen ist? Wo war die Mutter, als ihre Tochter mit 13 Jahren allein auf die Piste ging und das in einem fremden Land?

Obwohl schon zum ersten Gerichtstermin nachgewiesen, dass Marco nicht in sie eingedrungen, bleibt er  noch weitere 6 Monate in Haft um nach weiteren Beweisen zu suchen?

Zwei junge Menschen, die sich mit ihrer eigenen Sexualität noch gar nicht auskennen. Das hätten die Eltern selber regeln können und sich darüber austauschen.

Ich kann nicht glauben, dass die Mutter des Mädchens gnadenlos gegenüber anderen Müttern sein kann. Ich kann es nicht verstehen. Will sie sich nicht eingestehen, dass ihre Tochter ein Wildfang ist?  Nun hat Marco der Mutter ungewollt gezeigt, dass ihre Tochter ein Wildfang ist, wie er im Buche steht. Was nicht sein kann, darf nicht sein:”Meine Tochter tut so etwas nicht”.

Doch was passiert mit der Tochter, wenn das Verfahren ergibt, das Marco unschuldig ist?

Darüber dachte ich kürzlich mit meine Freundin nach.

Für Marco wird sich diese Zeit im türkischen Gefängnis noch nachhaltiga auswirken, wenn nicht gar sein ganzes Leben branntmarken. Ob er je noch einmal einer Frau vertrauen kann, steht in den Sternen. Erst einmal möchte er, als Nahziel, heil raus kommen, aber was kommt danach?

Und für das Mädchen? Was wird aus ihr, wenn das Urteil anders ausfällt, als von der Familie erhofft? Wenn die Beweislast ergibt, dass auch das Mädchen aktiv zu dem Konflikt beigetragen hat? Der Fall ist öffentlich geworden und damit auch das Mädchen. Welcher Mann traut sich später dann noch in ihre Nähe, ohne das er befürchten muß, dass er anschließend möglicher Weise eine Klage an den Hals bekommt?

Ich weiß, meine Betrachtung ist einseitig und setzt die Unschuld von Marco voraus. Aber ich lasse mich von meiner Intution leiten und sehe Marco in diesen Fall eher als Opfer, als als Täter.

Irgendwie scheint es sich um eine unklare Opfer - Täter - Verqiuckung zu handeln.

In der Regel liegen sie im Klinsch. Ihre Meinungen und Auffassungen ihrer unterschiedlichen Strömungen prallen aufeinander und werden öffendlich ausdiskutiert. Einer unterstellt dem anderen einen Denkfehler in seiner Auffassung und kann oder will die Gedankengänge des anderen nicht verstehen. Wir, die Bürger stehen am Rande und können nur hoffen, dass sie sich einigen.

Aber in einer Sache sind sie - die Politiker-  sich einig - die Kinder unseren Landes müssen besser geschützt werden. Ins Grundgesetz soll es verankert werden und das möglichst schnell. Nach dem Hungertod der kleine Lea Sophie soll sich nun endlich etwas ändern. Am weitesten faß es Gregor Gysi: “Kinderrechte gehören ins Grundgesetz, damit niemand ungestraft den Kindern die Zukunft nehmen kann. Weder durch Vernachlässigung und Gewalt in Familien noch durch Hartz-IV-Armut in der Gesellschaft.” Er bezieht auch die Gesellschaft in die Haftung mit ein.

Seit es immer und immer wieder vorkommt, dass Kinder in den Familien zu Tode kommen, stelle ich mir die Frage. “Was hat sich in unserer fortgeschrittenen Gesellschaft geändert, dass für Kinder solch bedrohliche Lebensituationen entstehen. Das Kinder mitunter in den eigenen Familien - ich denen sie naturgemäß Schutz und Geborgenheit finden sollten, Qualen mit z.T. tödlichen Folgen erleiden müssen? Qualen, über die man gar nicht zu Ende denken kann, ohne dass einem der eisige Schauer über den Rücken läuft?

Was hat sich nur in unserer Welt, unserer Gesellschaft geändert ?

dann steht die Welt Kopf und eine Schuldzuweisungswelle setzt ein. “Das hätte verhindert werden können” heißt es dann “wenn…ja wenn..”. Jeder weiß es besser als der andere und die Verantwortlichen haben in den Augen der anderen sowieso keine Ahnung gehabt. Nachdem sich die Aufregungs- und Schuldzuweisungwelle wieder gelegt hat, ist wieder Ruhe im Schiff und das Leben nimmt wieder seinen gewohnten Lauf auf, ohne dass sich wirklich etwas an den Umständen, die zum Tode eines Menschen oder gar vielen Menschen geführt haben, etwas geändert wird.

Wenn ich dabei an die Amokläufe der jungen Menschen denke. Oft Schüler der Gymnasien, die mit einer Knarre durch ihre Schulen gehen um ihrer Lehrer und Mitschüler abzuknallen wie Karnikel. Seit Jahren das selbe - erst geht ein Aufschrei durch die Gesellschaft und dann? wieder Ruhe im Schiff. Ich höre oder lese nie wieder davon. Niemand teilt der Öffentlichkeit mit, was in den Menschen vorgegangen ist, warum es zu solchen Bluttaten in Friedenszeiten kommen konnte.

Die kleine Lea-Sophie - ich mag gar nicht daran denken, was dieses hilflose Wesen erleiden mußte - hält die deutsche Nation wieder in Schrecken. Und wieder geraten die Behörden unter Druck und wieder wird der Ball der Schuldzuweisung von einem zum anderen geworfen. Doch am Ende bleibt alles wieder beim alten. Die Mittel reichen für verstärkte Kontrollen nicht und so geht ein Schicksal - wie das von Lea-Sophie -  unter.

Warum es in unserer fortgeschrittenen zivilisierten Gesellschaft immer häufiger vorkommt, dass es Mütter oder Eltern gibt, die ihre Kinder derart grausam den Bach runter lassen gehen, kann ich nur schwer nachvollziehen.

Ich bin bei weitem keine Ewig-Gestrige, doch mit den sogenannten Mütterberatungen der DDR Zeiten wurden die Kinder regelmäßig den Kinderärzten vorgestellt und untersucht. Das hatte nichts mit Politik oder staatliche Kontrolle zu tun, die Kinder wurden vom Säuglingsalter bis zum Kleinkindalter den Kinderärzten zwar in immer größer werdenden Abständen, aber doch regelmäßig dem Kinderarzt für eine Art Vorsorgeuntersuchung vorstellt. Kam eine Mutti nicht zum Termin, dann mußte sie einen neuen Termin machen.

Solch ein oder ein ähnlicher Ablauf hätten die Qualen von Lea-Sophie noch vor ihren Tod ein Ende setzen könne, denn zur Vorsorgeuntersuchung hätte die Mutter mit ihrer Tochter und nicht nur allein mit den Geschwisterkind erscheinen müssen.

Ja..ich weiß, jetzt kommt wieder ein neuer Aufschrei “Wo bleibt da das Selbststimmungsrecht?” höre ich wieder. Und so folgt auch auf dieser Schiene wieder ein nationaler Aufschrei..doch wohin führen alle diese Aufschreie? Ich sehe dahinter nichts weiter, als ein neues sich anbahnendes Drama, wie dieser hier:

Die Schweriner Jugendamtsleiterin Heike Seifert soll bereits vor einem Jahr im Sozialausschuss der Stadtvertretung erklärt haben, das Amt sei durch Mittelkürzungen völlig überlastet. Die Vize-Vorsitzende des Landeselternrates, Verena Riemer, zitierte Seifert mit den Worten: “Ich kann nicht garantieren, dass wir nicht auch in Schwerin ein totes Kind haben werden.”

Nun ist ein KInd tatsächlich in den Brunnen gefallen - die kleine Lea-Sophie, deren Schicksal und Bild noch einmal in allen Größen die Schlagzeilen der Medien ein letztes mal füllt. Danach ist erst einmal wieder Ruhe im Schiff. Doch wie lange hält die trügerische Ruhe an? Bis zum nächsten Aufschrei ?

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