In den Wind geschrieben

hat Tränen aus dem Haus vertrieben

verkommene Jugend

mit 3 Kommentaren

Die Nation ist wieder erschüttert. Seid Tagen bebt es und dabei tritt sogar der Amoklauf eines Jugendlichen in Ansbach sogar in den Hintergrund.

Letztes Wochenende ist ein Mann von Jugendlichen zu Tode geprügelt worden und keiner kann sich die Gewalt der heutigen Jugend erklären. Sie werden kriminalisiert und so sieht es ja auch aus. Sie treiben sich rum, klauen und schlagen sich durch Leben ohne Rücksicht auf Verluste auf Leib und Leben

Meine Jungend erlebte ich als respektvolle Wesen und über die Strenge schlugen nur wenige. Die Familie war komplett und jedes Kind konnte seine Eltern zur eigenen Nachahmung beim arbeiten und handeln beobachten. Die ältere Generation führte uns zwar nicht mit zimperliche Hand aber mit viel Tradition in Lebens. In der Schule wurde uns gelehrt und wir wurden davon geprägt: “Jeder kann seinen Beruf erlernen.” Wir hatten unsere Jugendjahre dazu genutzt, was wir in unseren Erwachsenenleben werden wollen. Schulabbrecher gab es keine. Vielleicht Sitzenbleiber und Jungendliche die schon ab der 8.Klasse einen Beruf erlernten. Insgesamt wuchsen wir ohne Versagens Ängste auf.

Meine Kinder erlebten noch die Zeit der Pioniere und FDJ und sie wurden hier neben Schule und Elternhaus zu guten Taten angeregt. Die ältere Generation hatte ihren Respekt und so konnte sie ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Viele Paare waren schon geschieden und so bekamen spezielle die Jungs keine väterliche Vorgaben zur Nachahmung.  In der Schule wurde ihnen gelehrt, dass jeder einen Beruf erlernen kann und wenn sie einen anspruchsvollen Beruf erlernen wollten, dann sollten sie sich in die Hacken spucken. Schulabbrecher gab es keine. Darüber wurde nicht mal nachgedacht. Groß angelegte Versagens Ängste gab es auch nicht.

Ich hab noch einen Nachkömmling und er wurde in der Zeit nach der Wende erwachsen. Die DDR kennt er nur aus Hören und Sagen von mir. Er ist geprägt von der neuen Zeit nach der Wende, die ein Systemwechseln für die ältere Generation bedeutete. Während in der DDR Zeit die ältere Generation einen guten Stand hatte – denn die jungen Familien waren ja am gründen – verlor die ältere Generation ihren Status. Beruflich wurde sie ins Abseits gedrängt und heute ist der Mensch mit 40 Jahren schon zu alt für den Wirtschaft. In der Schule wachsen die Jugendlichen mit der Impfung aus, dass es nur die Besten schaffen in die Berufswelt aufzusteigen. So konnte sich jeder seine Perspektiven selber ausmalen und vielen von ihnen ist klar, sie haben eh keine Chance und resignieren schon vor dem ersten Versuch.

Kopfschüttelns sehe ich mir das schon seid Jahren an und frage mich, wann wollen wir in unserer Gesellschaft wach werden? Wie lange geht das noch gut, dass die viele Jugendlichen auf die Verliererbank geschoben werden und diese als ihre einzige Lebensperspektive vor den Augen haben?

Das kann nicht gut gehen !!!!

Jungen Menschen stecken voller Energie und die müssen sie täglich umsetzten. Wer nur noch zu Hause rumlungert, der kann sie nicht umsetzten und er macht Blödsinn und dummes Zeug und das mit einen stetig steigenden inneren Pegel der Aggression.

Ich stelle es mir schlimm vor, als Lebensperspektive nichts zu erwarten. Das ist wie ein leerer Raum, der mich ohne Chance auf Halt hin und her driften lässt. Ich stelle es mir furchtbar vor, damit leben zu müssen.

Heut sagte jemand im Radio – leider weiß ich nicht mehr wer es war – die ungeschminkte Wahrheit über die Ursachen der Ausraster unserer Jugendlichen.

Die Perspektivlosigkeit macht die Jugendlichen krank und wir es sollten nicht zulassen, dass sie Jungend derart verkommt”

Das waren Worte, die hätten aus meine Seele gesprochen werden können. Es muss einen Grund geben, dass die Jungend heut so verwahrlost und verkommt. Die leben in einem luftleeren Raum und das macht sie zu lebensgefährlichen Monstern.

 

Geschrieben von nordstrahl

September 20, 2009 um 8:15

Veröffentlicht in Tage im Fluss

3 Antworten

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  1. Sekunde mal. Ganz so schwarz sehe ich da nicht. Natürlich passieren viele Fehler im Umgang mit Jugendlichen, wenn zB. Spiel- und Bolzplätze einfach bebaut werden mit Wohnhäusern, während gleichzeitig die Schulen ihre Schulhöfe und Turnhallen nachmittags nur noch für zahlende Vereine öffnen, weil die Kassen leer sind. Dass vielen Jugendlichen dann nur noch saufen oder Zocken (oder eben auch Schlimmeres) einfällt, ist leider wenig überraschend.
    Außerdem: was heißt immer „wir“? Ich? Ich bin schon drauf und dran, etwas aus meinem Leben zu machen und muss sagen, dass mir dabei viele Leute begegnen, die das ebenso wollen und alles dafür tun. Was mich als werdender Akademiker immer ein wenig stört, ist diese Idee einiger Politiker, dass jeder studieren können soll. Warum? Was ist mit guten Handwerkern. Sollen wir plötzlich alle nur noch denken und wenn uns die Tapeten nicht mehr gefallen, kaufen wir ein neues Haus?
    Meiner Meinung nach brauchen wir ein komplett neues Bild dessen, wie die Zukunft aussehen soll. Dabei ist Leistungsdruck genauso falsch wie die Idee, dass bald jeder Abitur machen soll.

    Thearcadier

    November 6, 2009 um 9:32

  2. Das denke ich auch – der Leistungsdruck kann nicht stetig zunehmen, denn er wirkt sich auch auf die Kinder aus, die in den Familien aufwachsen.

    Wer eine Perspektive hat, ist sowieso schon mal auf der sicheren Seite und wer noch keine hat – weil er vielleicht noch nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll – der sollte den Weg danach suchen.

    Doch da fängt das Dilemma schon an. Die Ablenkung und fehlenden Traditionen in unserer Gesellschaft sind enorme Störfelder, die eine gesunde Entwicklung für Schwächere problematischer macht.

    Ich arbeite täglich mit Kindern im Freizeitsportbreich und hab meine Einstellung zu schwierigen Kindern geändert. Anfangs dachte ich, ich könnte sie mit meinem Herzen gewinnen. Aber das funktionierte nicht. Sie waren wie verlorene Seelen, die kaum zu bändigen waren und um sich schlugen, wenn ihnen ein Gesicht nicht paßte.

    Was mich beunruhigt sind die unkontrollierten Wutausbrüche Jugendlicher, die sogar schon Menschen töten. Ich finde, dass ist eine neue Qualität der Zerstörung, die ihre Ausbrüche darstellen. Während vor Jahren es eher zu enormen Sachbeschädigungen kam, sieht die Zerstörung ihn ihrem Umfeld schon wesentlich schlimmer aus. Die zahlreichen Amokläufe sich ein Ausdruck dafür, welch expolsiver Zerstörungskraft hinter solchen Wutsausbrüchen steht.

    Das ist ein Zeichen von einer ungesunden Entwicklung unserer commerzialisierten Gesellschaft.

    nordstrahl

    November 8, 2009 um 9:13

  3. „Wer eine Perspektive hat, ist sowieso schon mal auf der sicheren Seite und wer noch keine hat – weil er vielleicht noch nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll – der sollte den Weg danach suchen.“

    Hm, schwierig. Eine Perspektive allein reicht nicht. Man muss sie auch anpacken und nutzen. Was bringt mir ein Abitur, wenn ich danach nur rumhänge? Nix. Auf der Blogplattform, auf der ich jetzt schreibe, sind einige Menschen mit sehr verrückten Lebensläufen. Die haben schon eine Menge angestellt im Leben, zB vom Kaufmann zum Religionswissenschaftler oder ein Arzt, der eine Softwarefirma gegründet hat und auch noch forscht. Was ich damit sagen will: eine Perspektive kann späteren Erfolg erleichtern, ist aber mitnichten ein Garant dafür.

    Und noch etwas anderes: die Diskussionen auf meinem Blog mögen teilwesie etwas kurios erscheinen, aber im Grunde schreibe ich dort für jedermann. Sollten also mal wieder Fragen aufkommen: Stellen! Ganz wichtig!

    Thearcadier

    November 11, 2009 um 4:55


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