In uns allen schlummert es. In uns allen arbeitet es. Arbeitet gegen die Zeit, die wir Menschen mit allen Mitteln als jungendliche Frische erhalten wollen. Es nennt sich Todeshormon und arbeitet Zeit unseren Lebens gegen die Wachstums- und Sexualhormone, doch es kann sich erst am Ende unseres Lebens durchsetzen. Dann, wenn kaum noch Wachstums – oder Sexualhormone ausgeschüttet werden, dann bekommen die Todeshormone die Übermacht über den menschlichen Körper.
Bei den Lachsen kann man die schnelle Wirkung dieser Hormone sehen, denn nach dem laichen stirbt er kurze Zeit später.
Im Medizin-Thriller „Todesangst„ von Robin Cook sind die Todeshormone die Killer, die die Menschen in kurzer Zeit in der Klinik einer Privatversicherung dahinraffen. Die Patienten sterben wie die Fliegen und niemand weiß, warum sie plötzlich in wenigen Wochen so schell altern und hinfällig werden konnten. Die Suche nach dem Grund ist in Spannung geschrieben, so dass ich mich gestern den ganzen Tag vom Buch nicht trennen konnte, bis ich es – 3.31 Uhr – zu Ende gelesen hatte und endlich wußt, warum die Menschen sterben mußte.
Eine moralische Frage zur Genforschung und dem Mißbrauch der Ergebnisse stand am Ende der Geschichte als Botschaft von Robin Cook. Immerhin hat er dieses Faden Ende der 80iger Jahre gesponnen. Es geht in dem Buch um die medizinischen Versorgung der Älteren. Eine private Versicherungsgesellschaft erkannte, dass ihnen ihre Alten zu teuer wurden, sie rechneten sich nicht mehr. Wen bei einer Generaluntersuchung zwar Gesundheit bestätig bekam, doch aber eine gesündere Lebensweise emphohlen wurde, kam auf die Todesliste des Ärztekomplotts. Man verabreichte ihnen genmanipulierte Proteine, die die Arbeit der Todeshormone rasant beschleunigte und die Gegenspieler – Wachstums- und Sexualhormone – wurden ausgeschaltet.
So starben auf rasante Weise Ältere oder chronisch Kranke der privaten Krankenversicherungsgesellschaft eines natürlichen Todes – der Alterschwäche.
Sehr makaber… und das im Hintergrunde der Diskussionen über die Überalterung der heutigen Gesellschaft und der Finanzierung der medizinischen Versorgung bekomme ich einen neuen Blick darauf.




