Projektion nach Außen

Nach langer Zeit hört man wieder von ihm. Fast vergessen war der Rechtsstreit um eine Missbrauchstat eines 17jährigen an eine 13jährige. Die Rede ist von dem Konflikt zwischen Marco und Charlotte, den die Mutter von Chartlotte zur Anzeige brachte und fürs erste einmal 8 Monate Untersuchungshaft in der Türkei für Marce einbrachte. Das Verfahren lief von einem verschobenen Termin zum anderen. Es fehlten immer wieder verhandlungsfähige Unterlagen aus England, auf deren Grundlage man Marco – so der Wille des Rechtsantwaltes von Charlotte – für 15 Jahre hinter Gitter bringen wollte.

Ende des Jahres entlies das Gericht Marco zum Glück für ihn und seinen Familie und zur Erleichterung der Öffentlichkeit im Dezember letzten Jahres nach Haus nach Deutschland mit einem neuen Verhandlungstermin zum 1. April 2008, der gestern war.

Gewohnheitsgemäß vertagte man den anberaumten Verhandlungstermin auf einen anderen Termin - wie sollte es auch anders sein – auf den 4. Juli 2008. Das Gutachten solle jetzt von der Istanbuler  Gerichtsmedizin geprüft werden. Irgendwie habe ich das Gefühl, das kein Richter sich wirklich traut, ein Urteil auf die ganze Sache zu fällen und so werden ständig die Instanzen verschoben, die be- oder entlastende Feststellungen über Marco zu machen.

Aber der Rechtsanwalt von Charlott mußtmaßt schon mal über den Genuß der Mutter von Marco - denn sie erschien zum gestrigen Verhandlungstermin in der Türkei - in der Öffentlichkeit zu stehen. Das sie als Mutter vielleicht für ihren Sohn gradestehen möchte, darauf kommt der Rechtsanwalt leider nicht. Vielleicht auch nur, weil er sein eigenes Verlangen nach Öffentlichkeit auf andere projeziert?

 

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