Februar 6, 2008
Die verspielten Kinderjahre hab ich schon lange hinter mir gelassen.
Die wilden Jungend ist ebenfall in weiter ferne hinter mir.
Die verantwortungsvolle Elternzeit mit Kindern ist fast zu Ende. Der letzte von 3 Sprößlingen ist kutz vor dem Abflug.
Die verspielte Zeit als Oma hat sich mit dem ersten Enkel vor 3 Jahren eingestellt.
Und zu jedem gelebten Zeitabschnitt es gibt Menschen, die für immer mit ihr in Verbindung stehen.
Bis vor kurzen war noch mein Vater das feste Bindeglied zu meinen Kinderjahren. Immer wenn ich bei ihn war oder wir telefonierten, konnte ich wieder das Kind von damals sein. Ein Wesen, dass sich aufgehoben und beschützt fühlte und unbefangen das Leben dank ihrer Rückendeckung in all seinen Facetten erkunden konnte.
Mit jeder Begegnung und jedem Gespräch mit meinen Eltern und in den letzten Jahren mit meinen Vater holte ich mir diese Leichtigkeit des Lebens von damals wieder in meine Erinnerung und in meine aktuelle Lebensqualität zurück.
Am Freitag ist die Beisetzung meines Vaters und damit beginnt für mich ein neuer Lebensabschnitt, der unwiderruflich ist. Das erste mal ohne Menschen als Bindeglied zu meinen ersten Lebensabschnitt. Ich stehe sozusagen an der Spitze und auf den Weg, für mein Alter ein Profil zu entwickeln, auf das meine Kinder und Enkelkinder so stolz sein können, wie ich auf meine Eltern und meinen Vater.
Im Alter sind Komplimente “Du siehst heut gut aus” oder “Du siehst ja 10 Jahre jünger aus” ein kleiner Leckerbissen und schmeichelhaft. Doch ich wünsche mir, dass man eines Tages zu mir das selbe sagen kann, wie ich meinem Vater vor ein paar Wochen: “Papa - du bist ein weiser Mann geworden”
Februar 6, 2008 at 1:29 Uhr nachmittags
Ich musste tief durchatmen. Mein Vater ist auch krank und schon lange nicht mehr der selbe Mensch, wie er vor 30 Jahren war. Die Demenz hat ihn verändert.
Ich hoffe, ich bleibe davon verschont.
Es ist das Thema, was Du auch schon angesprochen hast. Warum aufstehen? Mein Vater hat irgendwann abgeschaltet und ist liegengeblieben. Er hat sich gehen lassen.
Ich möchte nicht, dass mir so etwas passiert. Dazu muss man eben immer wieder nach vorn schauen.
Je älter man wird, umso wichtiger werden andere Dinge. Du sagst es…
Februar 9, 2008 at 12:47 Uhr vormittags
Guten Morgen Nordstrahl,
willkommen im Leben. ich wünsche dir noch viele unvergesslich schöne Jahre in diesem neuen Abschnitt,
atme tief durch, und geniese die Sonne,
schönes Wochenende Kalle
Februar 11, 2008 at 12:43 Uhr nachmittags
Hallo Bea,
man sagt ja dass die körperlichen Leiden ein nach außen sichtbar gewordenes gelebtes Leben widerspiegelm können.
“Er hat sich gehen lassen” schreibst du und es sagt aus, das dein Vater es hat einfach geschehen lassen, den geistigen Rückzug aus dem Leben.
In einer Vision sah ich das Leben als ein Rad an, dass sich unaufhörlich freischwebend dreht. Und jedem, der auf an diesem Rad lebt, ist es möglich sich davon zu lösen und sich eine nahegelegne fixierte Höhle zu springen, aus der er das Lebens-Rad weiter sehen kann. Vielleicht um innezuhalten oder um sich gänzlich aus dem Leben zu ziehen.
Doch es gibt Menschen, die ertragen auch den Anblick des sich stetig drehenden Lebens- Rades nicht mehr und verschließen den Blick nach außen aus ihrer Höhle für immer und leben somit in ihrer selbst geschaffenen und konfliktfreien Welt. Das ist eine Form Selbstschutz, doch für die Angehörigen schwer zu erstragen.
Ob mich dieser Momant auch mal ereilen wird und ich vom Rad löse, das weiß ich zum Glück nicht. Ich kenne meine Belastungsgrenze nicht und das ist auch gut so.
Gruß Nordstrahl
Februar 11, 2008 at 12:46 Uhr nachmittags
Hallo Kalle,
danke für deine freundliche Begrüßung im meinem neuen Leben. Ja..in den letzten Tagen war das Wetter auf der Insel auch sonnig und schön, obwohl der Anlaß meines Aufenthaltes eher traurig war.
Ich wünsche dir noch eine schöne Woche
Gruß Nordstrahl