Durch die Erlebnisse der letzten Tage - sie sind immer noch vom Trennungschmerz gekennzeichnet - beschäftigen mich noch ein paar andere Gedanken. Es sind die Wünsche und Hoffnungen, die uns ein Leben lang begleiten. Aus eigenen Erleben erkannte ich, das der Inhalt der Wünsche sich durch einschneidende Erlebnisse ändern kann. Während ich mir in frühster Jugend eines Kleid im neusten Modeschrei von ganzen Herzen wünschte, änderten sich meine Wünsche in schwierigen Lebenslagen grundsätzlich. Binnen kurzer Zeit verschoben sich die Priroritäten meiner Wünsche zu ganz Werten, die mit käuflichen Werten nicht mehr vergleichbar sind.

Ein großer Wunsch, meines Vaters ist es, einmal über die neu erbaute Rügendammbrücke zu fahren. Ein banaler Wunsch, könnte man sagen. Doch in seinem letzten Lebensabschnitt haben sich die Wünsche nocheinmal in ihren Priroritäten verschoben. So bleibt sein Wunsch die letzte Hoffnung der Familie, meinen Vater noch einmal eine Freude zu bereiten. Ich ich hoffe, das das Leben uns noch genügend Raum und Zeit dafür geben wird. Die letzte verbleibende Zeit wird es uns allen zeigen.