Januar 18, 2008
Durch die Erlebnisse der letzten Tage - sie sind immer noch vom Trennungschmerz gekennzeichnet - beschäftigen mich noch ein paar andere Gedanken. Es sind die Wünsche und Hoffnungen, die uns ein Leben lang begleiten. Aus eigenen Erleben erkannte ich, das der Inhalt der Wünsche sich durch einschneidende Erlebnisse ändern kann. Während ich mir in frühster Jugend eines Kleid im neusten Modeschrei von ganzen Herzen wünschte, änderten sich meine Wünsche in schwierigen Lebenslagen grundsätzlich. Binnen kurzer Zeit verschoben sich die Priroritäten meiner Wünsche zu ganz Werten, die mit käuflichen Werten nicht mehr vergleichbar sind.
Ein großer Wunsch, meines Vaters ist es, einmal über die neu erbaute Rügendammbrücke zu fahren. Ein banaler Wunsch, könnte man sagen. Doch in seinem letzten Lebensabschnitt haben sich die Wünsche nocheinmal in ihren Priroritäten verschoben. So bleibt sein Wunsch die letzte Hoffnung der Familie, meinen Vater noch einmal eine Freude zu bereiten. Ich ich hoffe, das das Leben uns noch genügend Raum und Zeit dafür geben wird. Die letzte verbleibende Zeit wird es uns allen zeigen.
Januar 20, 2008 at 12:26 Uhr nachmittags
Hi Nordstrahl,
materielle Wünsche stehen vielleicht in der Jugend im Vordergrund, doch mit der Zeit merkt man, dass immaterielle Wünsche viel wichtiger sind, und deren Erfüllung mehr Zufriedenheit bringen. Schön ist es auch, zwischendurch einfach mal wunschlos glücklich zu sein,
ich wünsche dir einen schönen Sonntag, kalle
Januar 23, 2008 at 2:14 Uhr nachmittags
Es ist furchtbar. Mein Vater ist dement und kann kaum noch laufen. Ich würde ihm so gern, so viel zeigen, all die Dinge, die sich getan haben, die ehemaligen Zechen, die im neuen Glanz strahlen. Er hätte seine Freunde. Aber leider ist das auch alles nciht mehr möglich. Viel zu anstrengend für ihn…
Du beschreibst es gut, es ist ein immerwährender Trennungsschmerz. Ich musste mich verabschieden von dem Mann, meinem Vater, der er einmal war…
Januar 24, 2008 at 10:08 Uhr vormittags
[...] konnte er die neu erbaute Rügendammbrücke in diesem Leben nicht mehr sehen und so nahm er seinen Wunsch mit auf seine letzte [...]
Januar 24, 2008 at 10:49 Uhr vormittags
Hallo Bea,
ja..wir alle hofften, dass wir den letzten Wunsch meines Vaters noch erfüllen konnten, doch unsere Zeit war kürzer, als wir alle annahmen.
Ein Rückzug der Persönlichkeit meiner Eltern wäre für mich auch eine schwierige Situation gewesen, denn die Eltern sind im Leben eines Kindes ja immer die tragende Säule und wenn die Eltern gehen oder sich auf andere Art zurückziehen, dann schwindet in einem erst einmal auch dieser Teil, was das Kindsein von damals ausmachte.
Ich danke dir für deine herzlichen Kommentare
Gruß Nordstrahl
Januar 24, 2008 at 10:53 Uhr vormittags
Hallo Kalle,
wunschlios glücklich sein - ich glaube das ist der Wunsch vieler Menschen. Doch schon an der Formulierung läßt sich erkennen, dass der Wunsch sich auf vieles drauf setzen kann.
Doch du hast Recht - ich kann mir vorstellen, dass wunschlos glücklich zu sein sich wie ein unendlicher Friede anfühlt.
Dir noch einen Gruß nach Heidelberg
Gruß Nordstrahl