Archiv für Januar 2008

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Die Trauerarbeit

Januar 27, 2008

Ich möchte mich …

mit einem selbstfahrenden Auto,

hinten auf den rechten Rücksitz kauernd,

durch die Nacht fahren lassen.

Leises Motorensummen

und die vorbeiziehenden

Nachtsilouetten von Bäume und Häuser,

die Nachtbeleuchtung von Straßen und Orte

sollen mich als äußere Reize in meiner Trauerarbeit begleiten.

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Das Testament

Januar 24, 2008

Wenn der eine sich nach dem anderen sehte, dann half ein Telefont über diesen kleinen Schmerz hinweg. Meistens rief ich an und erkundigte mich nach seiner Meinung zu den neusten politischen Ereignissen oder ich erkundigte mich nach einer genauen Schilderung einer Begebenheit aus der Vergangenheit oder ich frage nur nach seinem Befinden. Auf alle meine Fragen bekam ich eine Antwort, die mir ein neues Wissen oder einen besseren Einblick oder mich einfach nur wie ein KInd beruhigte. So plauderten wir oft mehr als 60 Minuten. Ich weiß es deshalbso genau, weil er gern am Gesprächsende mir die Zeit durchsagte. „Weißt du, wie lange wir wieder gesprochen haben?“ „Nein“ antwortete ich ihm. Nach einer kurzen Moment gab er mir die Daten durch „Das waren wieder 63 Minuten“.

Wenn er mich anrief, dann immer mit den Worten: „Ach Mädchen, ich wollte mal wieder deine Stimme hören“ und dann plauderten wir wieder über die große und die kleine Welt. Doch drehten sich unsere Gespräche in den letzten Monaten immer häufiger um seine Frau und meine Mutter. Er erzählte von ihr, von ihrem Wesen, von ihrem gemeinsamen Leben und wie sehr er sie immer liebte. Mit jedem Gespräch spürte ich, wie die Sehnsucht nach seiner Frau und großen Liebe, wuchs.

Seit Montag werden wir keine Gespräche mehr führen können. Er, der letzte Mohikaner, mein Vater ist für immer gegangen. Sein handschriftliches Testament für uns 3 Kinder endete er mit den Worten:

„Ich habe ein langes und erfülltes Leben gehabt……. doch auch das Leben verlangt nach seinem Recht ….und es wird weiter gehen“

Leider konnte er die neu erbaute Rügendammbrücke in diesem Leben nicht mehr sehen und so nahm er seinen letzten Wunsch mit auf seine letzte Reise.

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Der letzte Wunsch – die letzte Hoffnung ?

Januar 18, 2008

Durch die Erlebnisse der letzten Tage – sie sind immer noch vom Trennungschmerz gekennzeichnet – beschäftigen mich noch ein paar andere Gedanken. Es sind die Wünsche und Hoffnungen, die uns ein Leben lang begleiten. Aus eigenen Erleben erkannte ich, das der Inhalt der Wünsche sich durch einschneidende Erlebnisse ändern kann. Während ich mir in frühster Jugend eines Kleid im neusten Modeschrei von ganzen Herzen wünschte, änderten sich meine Wünsche in schwierigen Lebenslagen grundsätzlich. Binnen kurzer Zeit verschoben sich die Priroritäten meiner Wünsche zu ganz Werten, die mit käuflichen Werten nicht mehr vergleichbar sind.

Ein großer Wunsch, meines Vaters ist es, einmal über die neu erbaute Rügendammbrücke zu fahren. Ein banaler Wunsch, könnte man sagen. Doch in seinem letzten Lebensabschnitt haben sich die Wünsche nocheinmal in ihren Priroritäten verschoben. So bleibt sein Wunsch die letzte Hoffnung der Familie, meinen Vater noch einmal eine Freude zu bereiten. Ich ich hoffe, das das Leben uns noch genügend Raum und Zeit dafür geben wird. Die letzte verbleibende Zeit wird es uns allen zeigen.

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Der letzte Mohikaner

Januar 12, 2008

Meine Emotionen schlagen Wellen und gegen eine Brandung, die höher ist, als ich annahm. Stets rollen sie unsichtbar für mich aus Tiefe meiner Seele empor und überschütten mein Gesicht mit Tränen. Will ich nicht weinen, kann ich nicht schlafen, will ich weinen, kann ich auch nicht schlafen. Das Leben meiner Kinder- und Jugendjahre zieht unter Tränen an mir vorbei. Vorbei ziehen auch die ersten Jahre meines selbstständigen Lebens, in denen ich öfter meine Eltern brauchte, als meine anderen Geschwister. Am weitesten vom Elternhaus weggezogen, war mein Heimweh nach der Heimat für viele Jahre unstillbar.

Mein Elternhaus – in Mühe von meinem Vater Anfang der 50iger- Jahre erbaut – steht das erste mal seit seiner Erbauung vor 55 Jahren leer. Noch nie war es so lange ohne Menschen, ohne seiner Bewohner, ohne seinen letzten Bewohner, meinem Vater. Sein körperlicher Zusammenbruch vor 3 Wochen setzt die Zeichen so deutlich, das auch das sonnigste Gemüt das kommende Ende eines arbeitsreichen Lebens nicht ignorieren kann. Auch mein sonniges Gemüt überschattet sich von Zeit zu Zeit wolkenbruchartig, wenn ich nach unserem Telefonat den Hörer wieder auflege.

Seine quälenden Schmerzen werden mit einem Betäubungsmittel behandelt. Sie helfen gegen den unerträglichen Schmerz und doch vernebeln sie seinen Geist. Noch nie in meinem Leben erlebte ich meinen Vater geistig abwesend oder gar verwirrt, nicht einmal in einen Alkoholrausch. Die Konfrontation damit stürzte mich gestern in ein tiefes Loch, aus dem ich mich nun mühevoll heraushieven muß. Ich muß ihn gehen lassen, ich muß mich lösen. Doch empfinde ich jetzt momentan (Entbindungs)Schmerzen, die der Lösungsprozeß mit sich bringt.

Eine Ironie des Schicksals ist für mich, dass sich die Dinge des Lebens manchmal plötzlich wie in einem Negativbild umkehren. Möchte ich den belebenden Geist meines Vaters wieder zurück haben, dann muß er weiter unter den für ihn unterträglich gewordenen Schmerzen leiden. Möchte er sich von seinen Schmerzen befreien lassen, dann zieht das Schmerzmittel auch seinen Geist mit sich fort. Ich muß sein Verlangen nach Ruhe akzeptieren und respektieren, doch das gelingt mir nur unter einen gewissen Trennungsschmerz.

Mein Vater – einer der letzten Mohikaner im Bekanntenkreis seiner Generation – hat sich unwiderruflich auf seine letzte Reise begeben und wir alle wissen noch nicht, wann er dort ankommen wird, wo seine Frau und meine Mutter und wo seine Tochter und meine Schwester schon sind.

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Uri Geller

Januar 8, 2008
Von Januar

und seine Gäste lassen mir grade einen Schauer über den Rücken laufen.

Doch leider hat sich Dank Uri Gellers Fähigkeiten weder meine kaputte Uhr wieder eingekriegt, noch hat sich der auf den Fernseher abgelegte Löffel verbogen oder bewegt, noch hat sich mein DVD-Player von allein repariert. Vielleicht weil die Energie meiner Stimmung nicht die bester war ? SmileyCentral.com

Aber egal, Uri Geller und seine Nachfolger sind immer einen Fernsehabend wert.

Jetzt ist die Werbepause vorbei und ich werde mir weiter meinen Rücken mit einem Schauer übersäen lassen.