Die große empörte Öffentlichkeit hat sich ja schon zurück gezogen, doch verfolge ich die Nachrichten über das Schicksal von Marco - er sitzt ja noch in türkischer Haft - weiter. Gestern gab es wieder neues zu lesen. Die Aussagen von dem Mädchen liegen dem Gericht vor. Sie wurden ins türkische übersetzt und können  nun verwertet werden.

Wäre ich die Mutter von Marco, meine letzter Hoffnungschimmer wäre auf den Nullpunkt gesunken. Die Aussagen des Mädchens sind niederschmetternd und lassen wenig Hoffnung auf eine Wende im Fall Marco zu. Charlott hat alle ihre Vorwürfe noch einmal unterstrichen und bekräftigt.  

Nun stehen Aussage gegen Aussage. Im Zweifel für den Angeklagten?

Kann Marco darauf hoffen?

Ein Höllentrip für Marco, ob er je ein Ende finden wird ?

Egal ob es für Marco doch noch zu den 15 Jahren Haft kommt oder es für ihn doch noch glimpflig ausgeht - sein zukünftiges Leben mit Frauen ist zerstört. Von dieser Erschütterung wird er sich nicht mehr erholen können. 

 Trotz mehrerer innerer Ansätze kann ich ein Mitgefühl für das Mädchen nicht entwickeln und das Gefühl nicht loswerden, dass sich ein großer Teil ihrer Begegnung mit Marco in ihre Fantasie abgespielt hat. Ihr kurzer Schlaf,  ein unbewußter Rückzug aus dem verbotenen Reich der Erotik ? Ein unbewußtes ausblenden und verdrängend des eigenen Verlangens? Alles ist zu undurchsichtig, denn die Ärzte habe eine Vergewaltigung nicht festgestellt und dafür 15 Jahre Haft? Das ist eher ein Stoff, aus dem Filme gemacht werden - aber im realen Leben kaum vorstellbar. Doch wie es scheint, muß Marco sich damit abfinden, die tragische Rolle in diesem Drama übernehmen.