Die Bahn macht mobil und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Forderungen der Lokführer.  9000 Arbeitsplätze gingen verloren, würden sie den Lohnforderungen nachgeben. Das kann ein Lokführer doch gar nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Seíne Forderungen vernichten Arbeitsplätze und damit die Lebensgrundlage vieler Familien. Wer sich unter diesen Bedingungen das Geld einstreichen will, ist doch selbst nicht besser, als jeder andere Halsabschneider, oder?

Auch ich könnte unter diesen Umständen meine Solidarität für die Lokführer nicht mehr aufrecht halten und würde sie  - auf einem Tablett und um Verzeihung bittend auf Knien rutschend - dem Bahnvorstand übergeben. Mein Gewissen schlägt für die Gerechtigkeit und die sehe aus den Fugen, wenn für Lohnforderungen andere Angestellte ihren Platz verlieren - 9 000 Arbeitsplätze, wie der Vorstand meldet.

Oh Mann, wie kann man nur so selbstsüchtig sein und nur an seine Lohnforderungen denken ?

Doch ein Kommentareintrag im verlinkten Bericht öffnete mir mit weinigen Worten die Augen und den Blick für eine Tatsache geschärft:

“Hans Meier meint:
07-10-2007, 16:52 Uhr
Lieber 9000 Beschäftigte weniger die sowieso noch zusätzlich von der Arge mitfinanziert werden müssen weil Sie ja so billig sind, als 9000 Scheinbeschäftigte die von Ihrem Lohn nicht leben können.
Also streikt weiter für gerechtere Löhne!!
Einen Streik ansagen mit Uhrzeit ist dasselbe als würde ich mich von Samstag bis Sonntag bei meinem Arbeitgeber krank melden.
geht dem am A… vorbei und es würde keiner bemerken.”

Recht hat Herr Meier !

Nach dieser Klarstellung kam mir plötzlich Steven King und sein Buch “Green Mile” in den Sinn. Ein Heiler der Geschichte erkannte das Tötungsistrument eines zum Tode verurteilten, der Zwillingsschwestern von der Familie entführte. Damit keine der Beiden um Hilfe schrie sagte er beiden Mädchen abwechseld ins Ohr “Wenn du schreist, bringe ich deine Schwester um” und weil die die Schwestern sich liebten, riefen sich nicht um Hilfe. Später tötete er beide. Der Heiler erkannte den Dreh des Täters “Er hat sie mit ihrer Liebe getötet”.

Welch unsichtbare, aber wirksame Hebel doch angesetzt werden können um zu einem Ziel zu kommen.

Ich hoffe, die Lokführer lassen sich von der Attacke des Bahnvorstandes nicht beeinflüssen und setzen ihren Arbeitskampf fort.