Sie machten wieder Ernst und liesen die Räder für ein paar Stunden still stehen. Der Fern- und Güterverkehr wurde geschohnt, nur für den Regionalverkehr kamen sie zum Zuge und durften per Gesetz in dem Bereich ihre Arbeit niederlegen.

Die Lokführer haben meine Solidarität.

Ich finde, das die hohen Herren des Unternehmens der Bahn schon lange den Druck von unten bitter nötig hatten. Als autoloser Bürger bin ich nur mit der Bahn unterwegs und erlebte die Veränderung des Unternehmens seinen Kunden gegenüber. Ich fand, sie setzten sich schon lange über ihre Kunden hinweg. Um meinen Unmut über den Umgang mit den Kunden los zu werden, nahm ich an einer Umfrage der Bahn teil. Ich sah darin eine Möglichkeit, meinen Willen als Kunde einzubringen.

Enttäsuchend für mich waren die Fragen jedoch nur darauf abzielt, ob ich mit der Modernisierung der Bahnhöfe und mit dem Personal einverstanden bzw. zufrieden wäre. Doch daran konnte ich nicht aussetzen, denn Hochglanzbahnhöfe sind angenehm geworden und das Bahnpersonal gab ich sich Mühe, trotz der frustirierten Bahnkunden wegen der stetig erhöhenden Bahnpreise freundlich zu bleiben.

Aber irgendetwas stimmt hier nicht - so war mein Gefühl seit Jahren - immer wenn ich mit der Bahn fuhr. Vor 9 Uhr machen z.B. die Bahnschalter in Rostock ihre Pforten nicht auf. Jeder, der vor der Zeit eine Karte möchte und nicht versiert auf Onlinekauf ist, steht am Automaten, die fast ausschließlich nur für Geldkarten geeignet waren. Wer mit Bargeld bezahlen wollte, hatte schlechte Karten. Die Omas schwizten an den Automaten Blut und Wasser, denn die Menü des Automaten war für sie ein böhmischer Wald. Und wer seine Fahrkarte am Automaten bekam, mußte im Zug eine Nachlösegebühr bezahlen.

Ne…ne…das kann es nicht sein, dachte ich und hoffte schon seit Jahren auf einen Streik und ?

Endlich ist er da und die Herren in den oberen Etagen müssen sich endlich mal wieder bewegen und nach Lösungen suchen, ohne ihren gewohnten Automatismus zum Zuge kommen zu lassen.