September 30, 2007
CSU im Scheidungsszenario
Posted by nordstrahl under Absturz, Armut, Betrug, Emotion, Freude, Lüge, armes Deutschland“Gerade weil wir alle in einem Boot sitzen, sollten wir heilfroh darüber sein, dass nicht alle auf unserer Seite stehen.”
Ein logisches Zitat - ich fand es bei Gedankengut und paßt, so finde ich zu dem, worüber ich heut schreiben möchte.
Sie - das ist eine Frau - attraktiv und schön, die sich nicht scheut, ihre Weiblichkeit auch mit in die Reihen ihrer Partei zu nehmen.
Doch in einer konservativen Partei, wie die CSU, bringt das die Luft zum viberieren. Die alten Herren der CSU reagieren erregt und die Frauen der eigenen Reigen eifersüchtig und verlassen den Saal, wenn Frau Pauli etwas von Feinfühligkeit ihrer Partei vom Rednerpult des CSU-Parteitages.
Man spricht vom Schmarren, den man sich nicht anhören will. Und man empfiehlt ihr einen Psychater. Eine Frau, die sich dem Gruppenzwang einer Partei partou nicht unterordnen will und man dreht ihr am Ende einfach das Mikro ab, so dass sie niemand mehr verstehen kann.
Ja…was soll man das sagen - ein Armutszeugnis einer Partei.
Nachdem sie Frau Pauli mit 1000 Mann Verstärkung erfolgreich ins aus gedrängt haben, fallen sie sich glücklich in die Arme, posieren für die Blitzlichter der Medien als drei graue siegreiche Emminenzen, die noch einmal das Ruder in die Hand bekamen, um es weiter in alten Trott laufen zu lassen. Und das nicht ohne bitteren Nachgeschmack, denn schon beim Start in die nächste Periode heißt es “Edwin Huber - Zu alt für einen Neuanfang“.
So kann ein Sieg auch gleichbedeutend sein ”Für immer verloren”.
Und für immer verloren hat die CSU Frau Pauli.
Der gestrige Parteitag war für mich nichts anderes als ein Scheidungsszenario von einer unbequemen Frau. Im Schulterschluß überwanden sie eine Frau, deren Worte sie nicht mehr folgen konnten und wollten. Sich an neue Gedankengänge heranzuwagen scheint eine Überforderung der Konservativen zu sein.
September 30, 2007 at 10:00 Uhr vormittags
Hallo Nordstrahl,
für mich ist sie einfach in der falschen Partei, denn bei diesen Stammtischbrüdern geht es nicht, dass eine Frau den Ton angibt, geschweigedenn ein politisches Amt übernimmt. Sie stecken noch zu sehr in der alten Geschlechterrolle, und können über ihren Masskrugrand nicht hinüberschauen…,
einen schönen Sonntag wünscht Kalle
September 30, 2007 at 10:26 Uhr vormittags
Hallo Kalle,
ja..sie haben sich alle entsprechend dem Rollenklischee gehalten. Männer im Schulterschluß gegen die Frau und Frauen im eifersüchigen Schulterschluß gegen eine Frau mit einer anderer Meinung und das nur, weil sie den Mut dazu hat, diese auch auszusprechen.
Ich hoffe, die findet eine neue politsiche Heimatm vorausgesetzt, sie sucht nach einer neuen Heimat um ihre Ziele durchzusetzen.
Fatal wäre für sie, wenn sie ihre Kraft nur aus der Oppositionsrollle gegen ihre Partei bezieht. D.h wenn der Gegner abzieht, versiegt auch die Kraft.
Es bleibt abzuwarten
Gruß Nordstrahl
Oktober 1, 2007 at 9:19 Uhr vormittags
Ich stimme Dir zu: Es ist traurig, dass die vermufften Scheinheiligen, es wieder einmal geschafft haben, ihren Freistaat die perfekte “Heile-Welt-Maske” anzulegen. Auch ich habe Frau Pauli bewundert und mich darüber gefreut, wenn mehr Frauen, alte Muster aufbrechen.
Eines fand ich jedoch sehr kritikwürdig: Nach dem Motto “Sex sells” zeigte sie sich, nur mit bayrischen Flagge” bedeckt in einem Nachrichtenmagazin.
Ich bin dafür, wenn schöne Frauen, ihre Vorzüge herausstellen, aber nicht in der Politik. Ich hätte mehr Seriösitäte für sinnvoller behalten. Es macht auf mich den Eindruck, als hätte sie sonst keine Kompetenz? Find ich total schade.
Frau Merkel geht doch so auch nicht vor, klar, sie hat auch sicher nicht die optischen Voraussetzungen.
Madame Ségolène Royal z.B. hat nicht durch ihre Attraktivität, sondern durch ihre politische Kompetenz “gesiegt” - wenn auch nicht den Wahlkampf gewonnen.
Oktober 5, 2007 at 1:26 Uhr nachmittags
Hallo Bea,
ja..auch die hohen Herren und grauen Eminenzen einer konservativen Partei können ihrer Rolle nicht entfliehen und müssen das ausgrenzen, was nicht in ihre Vorstellung paßt.
Im politischen Sinne und öffentlich vorgeführt ist das in meinen Augen aber ein Armutszeugnis, denn die heutige Politik verlangt immer häufiger und in kürzeren Abständen nach einer Anpassung.
Ich denke, dass Frau Pauli einfach nur gut aussieht und sich so kleidet, wie es ihrem Geschmack entspricht und das spricht auch für sie - man kann im übetragenen Sinne vielleicht sogar behaupten - sie hält sich nicht bedeckt.
Und grade dies “sich nicht bedeckt halten” reizt ja die erhitzten Gemüter. Sie fühlen sich von ihrer Offenheit bedroht und haben Ängste, dass sie es eines Tages auch sein müssen.
Doch die Offenheit - sich also nicht bedeckt halten - hat sie angreifbar und verletztbar gemacht. Auch ihr Vorschlag - 7 Jahre Ehe befristet - ist eine Offenheit, die man nicht akzeptieren will - es paßt nicht in die Welt der grauen Eminenzen.
Leider ist äußerlich sichtbare Seriösität oft nur eine zur Schau gestellte Seriösität und kann sich sogar zu einem Skandal wenden.
Interessant für mich ist immer wieder der Schulterschluß vieler Menschen, wenn es darum geht, etwas auszugrenzen, wenn es nicht in ihre Vorstellung paßt.
Dir noch ein schönes Wochenende
Gruß Nordstrahl