August 21, 2007
Kein spezielles Thema
Posted by nordstrahl under Alltag, Emotion, Freundschaft, Stimmung, Tage im FlussNach diversen Klicks und Veränderungen in meinen Websites - das ganze nennt man auch Spielerei - finde ich endlich Zeit, wieder etwas niederzuschreiben.
Worüber?
Das weiß der Himmel, denn ein bestimmtes Thema liegt nicht vor. Doch nach ein paar Zeilen drängt das, worüber ich schreiben möchte auch allein an die Oberfläche und will ins schriftliche Wort gefasst werden. Aber bevor es soweit ist, schwirrt alles wie ein Bienenschwarm um mich herum. Und was ich sehe, sind kleine Punkten, die sich nicht leicht fassen lassen. Zum ersten, weil ich meine “Hand” nicht so schnell schließen kann. Die Geschwindigkeit ist zu groß. Und zu anderen weiß ich nicht, ob sie mich nicht nur pickt, sondern auch stechen wird, wenn es mir doch gelingt, sie zu fassen. Denn wenn ich sie - die einzelne schwirrende Biene ( alias das Thema des Lebens, was nach oben drängen will) dann doch erfasse, kann ein Stich mir längst vergessene Tränen in die Augen schießen lassen.
Tränen, die vielleicht niemals trocknen wollen oder können.
Da gibt es viele Tränenbäche, die noch aufgestaut im Innersten ruhen. Ihr weitverzweigter Lauf ist unergründlich, denn ich weiß nicht, welchen Weg sie sich heute oder morgen wieder suchen werden. Manchmal hängen sie in einem Wort, ein andermal in einem Film oder an ein Schicksal einer anderen Person. Das Netz der Tränenbäche ist unübersichtlich. Ich lasse sie nur im total entspannten Zustand in mein Bewußtsein vordringen. Dann kann ich dem “Leid”, das mir die Tränen in die Augen getrieben hat, auch ansehen und betrachten.
In solchen Momenten fühle ich die Ohnmacht in ganzen Tragweite. Sie ist wie ein großes Tor, dass in eine endlose Weite führt, in dem sich alles, was ich von mir und den Menschen gelernt hab, in ein Nichts auflöst. Weder Normen, noch Erfahrungen lassen etwas Stabilität in die endlosen Weite bringen. Ich kann in ihr weder stehen, noch sitzen, noch liegen, sondern nur erstarren., damit ich meine gefühlte Stabilität zumindest für mich bewahren kann. So schwebe ich in meiner Ohnmacht statt wie ein menschlicher Körper als ein starres Etwas oder stocksteifer Stab durch die Endlosigkeit und das sicher nur, um nicht zu zerbrechen.
Das was mich wieder aus der Ohmacht zieht und was für mich als haltbar erscheint, ist die Akzeptanz meiner Ohnmacht.
Sie hebt zwar nicht die Tränenbäche auf aber sie läßt mich nicht in der Ohnmacht verlieren.