August 5, 2007
Blau machen - woher kommt diese Formulierung überhaupt?
Ich kenne sie nur im Zusammenhang mit Arbeit schwänzen - sich einfach krank melden, weil ich eben heut keinen Bock habe.
Dazu fehlten mir schon immer die Nerven - einfach beim Arbeitgeber anzurufen und sagen: “Heut nicht”
Ich erinnere mich an Partys bis in die Nacht - bis in die Morgenstunden. So gegen 4 Uhr kam ich - von den Drink noch kräftig andedüselt - nach Haus und um 6 Uhr klingelte der Wecker. Oh mein Gott, das war ein Schlag mitten in mein schmerzvolles Hirn. Dort lag noch alles unsortiert herum. Wer bin ich ? Wo bin ich? Was für einen Tag haben wir heut? Ist es Wochenende? Es ist Wochenende - so mein Wunschtraum. Träum weiter. Doch das Pflichtbewußtsein ist wach geblieben. “Heut ist Arbeitstag” mit einem scharfen Schwert schneidet es mich gandenlos von meiner Traumwelt ab.
Die Kräfte haben sich in der Nacht erschöpft, deshalb steht nur mein Geist auf und absolviert alle Stationen, die für die Morgentoilette nötig sind. Ich sehen mich ins Bad wanken und duschen, ich sehe mich am Frühstückstisch und alles läuft in Ruhe und wie am Schnürchen ab. Ich bin zufrieden und schlafe beruhigt weiter.
Doch dann schlägt das Pflichtbewußtsein wieder mit seinem Schwert zu und trennt mich aprubt von der Illusioen und ich sehe wieder durch. Ich liege noch im Bett und hab nur noch 20 Minuten Zeit, um auf den Weg zur Arbeit zu kommen.
Als ich aufstehen will, weiß ich, warum ich nicht hochkommen kann. Der Kopf ich schwer wie ein Amboß und die Schmerzen unerträglich, über das Schwindelgefühl und Übelkeit darf ich gar nicht nachdenken. Die Kopfschmerzen haben Stahlhelmformat und der Helm scheint 2 Nummer zu klein zu sein. Er drückt schmerzvoll an allen Ecken und Enden. Mein Kopf fühlt sich wie ein zusammengepreßter Stahlblock an.
Doch mein Pflichtbewußtsein treibt mich trotz meiner augenblicklichen Hinfälligkeit aus dem Bett und ich schleppe mich von Station zu Station meiner Morgentoilette. Ich kann abkürzen, denn das Frühstück lehnt der leidvolle Magen ab. Er hat noch an den Drinks zu knappern. Ich schaffe es, bis auf die Straße zu kommen und die frische Luft bringt wieder etwas Leben in meine Geister. Die arbeiten gleich an den wichtigsten Konzept für die Zukunft. “NIEE wieder Partynacht in der Woche!!!!” Mit diesen Schwur ausgestatte lande ich doch noch pünklich bei meinen Arbeitgeber, der mein Leiden stummt und schmunzeld mit ansieht.
Ja..das waren meine blauen Nächte. Auch wenn sie oft schmerzvoll in Ausgang waren, missen möchte ich keine von ihnen.
Doch heut mache ich anders blau - dann bis die Woche

August 6, 2007 at 1:09 Uhr nachmittags
Hi Nordstrahl,
“blau machen kenne ich nur in der Verbindung mit dem Färben (http://de.wikipedia.org/wiki/Blauer_Montag). Aber ich mache blau, wenn ich es brauche, egal ob Montag, Dienstag oder Sonntag. Manchmal wird einem alles zuviel, und der Körper sehnt sich nach Ruhe… (bei mir ist allerdings im Moment keine Ruhe angesagt
)
Liebe Grüsse Kalle
August 14, 2007 at 1:56 Uhr nachmittags
Hallo Kalle,
danke für den Blauen Montag :-). Den Zusammen´hang aus der Färberei kannte ich noch nicht. Aber es ist interessant zu erfahren, wo so manch ein Spruch seinen Ursprung hat.
Gruß Nordstrahl