Archiv für August 2007

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wie Mütter Männlichkeit zerschlagen

August 31, 2007

Frustriert von der Ehescheidung nagte noch Jahre die Enttäuschung über den Ehemann in mir. Immer, wenn ich an einen Punkt kam, den ich bei Männern nicht verstand, dann sprudelte der Frust unbedacht aus mir raus. „Typisch Mann“ oder „Klar, Männer“ oder „War ja von den Männern nicht anders zu erwarten“

Meine Enttäuschung über den Mann fand kein Ende und breitete sich auf alle Männer der Welt aus. Der Schluss aus der Erfahrung lief in mir, wie nach dem Lesen meines ersten Kitschromans – ein Buch gelesen, alle Bücher gelesen.

Nach dem ich in der Ehe einen Mann kennenlernen durfte und zu einem enttäuschenden Schluss kam, glaubte ich alle Männer zu kennen und gab dies in meiner damaligen Überheblichkeit – oft ungefragt – weiter.

Wieder einmal ließ ich meine Erkenntnisse über Männer frei heraus „Naja, war doch nicht anders zu erwarten – eben Mann“. Neben mir stand mein 16 jähriger Sohn und antwortete ungefragt: „Immer wenn du über die Männer schimpfst, dann fühle ich mich auch angesprochen. Seit Jahren sagst du das und damit verletzt du auch mich“. Sprachlos und erschüttert stand ich vor meinem Sohn, der ja schon zu einem Mann herangereift war. Mit einem Schlag war mir klar, was ich seit Jahren -ohne darüber nachzudenken – meinen Sohn antat.

Nicht nur, das ich in ihm das Bild seines Vaters mit meinen gedankenlosen Sätzen an kratzte, nein, ich kartzte auch an seine männliche Ehre, die sich endlich gegen meine daher gesagten Sätze aufbegehrte.

Mein Sohn musste sich aber nicht nur mit meinem jahrelang anhaltenden Frust auseinander setzten, der sich ja in meinen daher gesagten Sätzen widerspiegelte, nein, er litt auch unter den Entzug von seinem Vaters. „Wenn du mir nicht ganz gehörst, will ich dich gar nicht“ muß hinter seinem Rückzug aus dem Leben seines Sohnes gestanden haben.

Dies Muster übernahm nun mein Sohn. Er zog sich von den Rest der Familie zurück und verdammt alle Familienmitglieder, die nicht seiner Vorstellung entsprechen.

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Befehle, die nach hinten gehen

August 29, 2007

Costa Cordales hatte sie schon vor .zig Jahren besungen. Seit dem gibt es keine Stimmungsparty ohne sie. Zuletzt hörte ich von ihr, als ich auf der Hanse Sail in Rostock war. Auf einer Plattform wurden die Besucher zu einer Disko Ü30 mit stimmungsvoller Musik aus alten und neuen Zeiten eingeladen. Jeder sang oder gröhlte mit, so gut er konnte. Die Stimmlage war egal – Hautsache laut. Die Stimmung kochte fast über als der DJ „Anita“ über die Köpfe der Massen heran sinken lies.

Anita

Ich fand sie irgendwo allein in Mexico, Anita (Anita)
Schwarz war ihr Haar, die Augen wie zwei Sterne so klar.
Komm steig auf Dein Pferd, sagte ich zu ihr, Anita (Anita)
Fiesta ist heut’, die Stadt ist nicht mehr weit, mach Dich schnell bereit.

Ich seh’ Dir an: da schlummert ein Vulkan, ……

Die Massen sangen mit – ich auch und ich zückte mein Handy und schickte meinem Schwager während der Tanzes auf der Plattform ein paar stimmungsvolle Töne in seine Wohnung. Sein Lieblingslied, das auf keine seiner Partys fehlen durfte. Nach 3 Minuten wurde die Stimmung „Anita“ von einem anderen Gassenhauer übernommen und weg war sie.

Gestern sah ich sie wieder. Aber das war nichts Costa Cordalis seine Traumfrau mit Traumfigur, das war Anita leibhaftig.

Als ich sie das erste mal sah, war ich stark beeindruckt.

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Gefahr gebannt

August 28, 2007

„Ich bin so ein Idiot“ beginnt Becker seine Rechenschaft vor sich selbst und der Welt…
und ich bin erleichtert und der Rest der Welt vielleicht auch, dass für ihn alles noch glimpflig abgelaufen ist..

No Alter Schwede hast du uns erschreckt….

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In langer Unterhose und dicker Zigarre

August 28, 2007

In lange Unterhosen und mit dicker Zigarre im Mund posiert er vor einem großen Spiegel. Er sah sich als zukünftigen reichen Geschäftsmann und übt sich in der des Reichen in einem Hotelzimmer. Es ist eine ihrer ersten großen Auftritte, der den Weg zum Ruhm abzeichnet.

Es ist Robert Biberti , die Bassstimme der Comedian Harmonists. Er ist der Sohn eines Opersängers, der seine Stimme durch ungesunden Lebenswandel und Alkohol ruinierte. Robert übernimmt die Geschäfte der Comedian Harmonists,. Das Klangbild des Vokal-Ensembles wird Welt berühmt. 1935 löst sich das Ensemble auf, die jüdischen Mitglieder gingen ins Exil nach Amerika.

Was von ihnen bliebt, sind ihre Lieder, die sich bis heute als Ohrwurm „Ich bin dein kleiner Kaktus“ in unseren Köpfen gehalten hat. Das Ensemble hat seit dem viele Nachahmer gefunden.

Vor dem Spiegel steht in Wahrheit nicht Robert Biberti, sondern Ben Becker, in der Rolle der Bassstimme. Diese Szene und andere Szenen in dem gleichnamigen Film mit Ben Becker sah ich die schauspielerische Leistung von Ben Becker zum ersten mal in seiner ganzen Pracht. Perfekt spielte der den rauen Mann mit dem weichen Kern. Danach lies ich kein Film aus, in der er als Schauspieler mit wirkte.

Lange Zeit war nichts mehr von ihm in den Medien zu sehen. Um so mehr erschrak ist gestern, als die Schlagzeilen von seinem Kollaps, von Alkohol und mysteriösen Besteck durch die Medien ging. Er liegt im Krankenhaus und wäre außer Lebensgefahr, so heiss es.

Ich hoffe, es wird für Ben Becker alles wieder gut und ich kann ihn bald wieder als Schauspieler genießen. Ein ungesunder Lebenswandel und Alkohol ruiniert nicht nur eine Bassstimme, sondern leider auch den ganzen Menschen. Ben Becker musste diese Lektion gestern auf schockierenden Weise lernen.
Bildquelle: www.musik-base.de

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Ich stehe auf Äppelkähne

August 27, 2007

Die Nacht war kurz und Traumlos. Mit der Lektüre „Lebenskrise als Entwicklungchancen“ von Rühdiger Dahlke legte ich mich zu Bett und schlief nach den ersten theoretischen Vorartikeln ein. Dahlke schreib von Mandalas – diese wunderschönen Blumenartigen malerischen Gebilde, die aus der Mitte heraus entstehen. Die Mitte, die Zentrale, worum sich alles nachfolgende dreht, auch das Leben.

Darüber hab ich nun erst mal eine Nacht geschlafen und heimlich auf eine Traumbotschaft gehofft, die mir meinen zentralen Kern, meine Mitte des Lebens, meine Berufung zeigt, um die sich mein ganzes Leben dreht. Und ich stellte mir die Frage, ob meine Mitte – leider schon ein abgegriffener Begriff aus dem Alltag – auch wirklich die Mitte ist und wenn, steht sie noch am zentralen Punkt, damit sich der Rest meines Lebens sich auch, ohne mich aus dem Gleichgewicht zu bringen, auch weiter drehen kann?

Ein ganz einfaches anschauliches Bild eines Mandalas brachte mir zumindest gestern Nacht noch mehr Klarheit über die Formulierung – die Mitte finden -, damit das Leben sich Blumenartig darum winden kann.

Ich schaue zurück in mein Leben, das alles andere als ruhig und ausgewogen war. Aber wessen Leben ist schon ausgewogen. Irgendetwas ist immer. Kaum hat man sich zurück gelehnt und denkt: „So, das wars, jetzt hab ich alles im Griff und auf die Reihe gebracht, die Segel für den Törn ins Leben ausgerichtet“ Dann kommt eine Böe von rechts oder links und alles, was ich vorher einstellte, war für die Katz. Die Segel stehen falsch, es sind die falschen Segel gesetzt, oder zu viel oder gar keine und schon fängt mein „Kahn“ an zu schlenkern. Die Schaukelbewegung bringt mich aus dem Gleichgewicht und bei der Aktion, Segel richtig setzten, hoffe ich drauf, dass ich nicht von meinen Kahn ins Wasser falle und ich ohne weiter im Fluß des Lebens treiben muß.

Vielleicht hab ich auf den falschen Kahn unter meinem Hintern und ich verstehe mich nicht darauf, meine Segel allein zu setzen und bräuchte 50 Mann an Bord, damit eine Wendung in meinem Leben auch umgesetzt werden kann. So ein Kahn wäre sowieso mehrere Nummern zu groß für mich und es hätte nicht lange gedauert und ich hätte mich unter die 50 Mann verpieselt und das große Schiff – nicht ohne schlechtes Gewissen – führerlos gelassen.

Das war eine meiner ersten bitteren Erkenntnisse im Leben – ich bin keine Frau für ein großes Segelschiff. Auch wenn es noch so verlockend aussah. Große stattliche Segel, 50 Mann als verlängerte Arme und Übersetzer meiner geistigen Ergüsse in die Tat.

Doch wer nicht einmal versucht nach seinen Sternen zu greifen, wird nie erkennen, dass sie am Himmel bleiben sollten, damit die Nacht nicht schwarz wie die Nacht sein sollte und ich lies meine Sterne am Himmel wo sie waren und auch hingehörten. Sie hatten mir ja schon gleich zu Beginn angezeigt, dass sie alles andere als der zentrale Punkt meines Lebens waren, um dass sich alles drehen soll.

Die Suche nach dem richtigen Kahn, den ich allein navigieren kann, dauerte am längsten und artete auch irgendwie als korrigierenden Druck von hinten aus. Mal schob es mich, mal zog es an mich. Und das geschah immer dann, wenn ich nach dem falschen Kahn Ausschau hielt. Das waren die, die sehr viele hatten. Sie trugen fast alle die selbe Aufschrift: „Mein Haus, mein Garten, mein Auto“. Ich zog in das Haus, bewirtschaftete den Garten und fuhr mit dem Wagen. Endlich war ich wie die anderen und glaubte damit, mich nie mehr allein zu fühlen.

Die Freude schlug bald in Traurigkeit und Einsamkeit um. Sie lärmten in meinen Ohren, in meinem Kopf, dass es fast unerträglich erschien. Ich konnte es mir nicht erklären, ich hatte doch alles, was das Leben begehrt. Der Lärm im Kopf stieg jedoch stetig an und ich musste ihn übertönen, wenn er mich nicht an die Wand drücken sollte. Meine laute Musik störte die Nachbaren und mein morgendlicher Kater erschwerte mir den Rest des Tages. Ich schleppte mich von einem Tag zu dem anderen und glaube, nicht ganz rund zu laufen. Warum konnte ich keinen Frieden finden – keine Frieden in der Idylle von Haus, Garten und Auto? Alles, was schön erscheinen sollte, wurde grau und grau, sogar das Licht des Tages. Von der Nacht ganz zu schweigen – die Lärm in meinem Kopf, das Dröhnen, es verlangte nach einer Dröhnung. Die Schwermut hielt meine Lebensfreude gefangen, als wäre sie mein ärgster Feind im Leben.

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