Weblog-Archiv für 16. Juni 2007

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Vorbilder ohne doppelten Boden

Juni 16, 2007

Bild: Screenshot aus „Die Straße des Gustav Adolf Schur“
Foto: DFF vom 28.04.1968 (IDNR 044269)

Täve Schur – eine Radsportlegende aus DDR-Zeiten. Im Februar wurde er 76.  Ein guter Anlaß, Täve mal wieder in ein Studio einzuladen. Legenden höre ich gern zu – sie haben geschafft, was andere noch vor sich haben, sie haben die Erfahrung, die andere noch machen wollen. Sie sehen entspannt aus und das nicht zuletzt, weil im Alter sich viele Lebenseinstellungen relativieren. 

Aber auch Vergleiche von alten und neuen Zeiten machen deutlich, was sich im Laufe eines Menschenlebens alles verändern kann. Während die technische Entwicklung weit über das damals Vorstellbare hinaus gewachsen ist, blieben viele menschliche Werte auf der Strecke.

Die Spitzensportler von damals – fast jeder kann sich heut noch zeigen,  muß sich wegen Dopingskandale den Rest des Lebens nicht verstecken.

Ihre Vorbildrolle wirkt bis ins Alter hinein. Das ist das, was die orientiertungslose Jugend heut sucht und  braucht – Vorbilder ohne doppelten Boden.

Doch die Welt hat sich seit damals gewandelt.

Eingeteilt in Gewinner, die im Glanz des Lebens stehen und Verlierer, die im Schatten der Sonne stehen, kämpft jeder, der den Drang verspürt um den Platz in der gesellschaftlichen Sonne. Doch die Plätze an der Sonne sind nicht nur rar, sondern oft nur mit unlauteren Mitteln erreichbar.

„Die Ersten Drei stehen auf dem Podium und für die anderen ist Sense“

sinngemäß zitiert von Täve Schur. Und auch wer auf dem Podium stand, kann plötzlich Sense sein, wie das jüngste Beispiel eines Radsportlers – Jan Ullrich – zeigte.