Archiv für Mai 17th, 2007
Einreichen bis es reicht
Um im Alltag mit allem drum und dran bestehen zu können, muß der Bürger sich auf das richtige Einreichen verstehen.

Das fängt schon beim Finanzamt an. Gibt der Bürger auf dem Formular eine unklare Auskunft, dann kann daraus schon mal bdie Konsequenz in einigen Euro`s ergeben. Die Rentner, die jetzt steuertechnisch auch zur Kasse gebeten werden, sind oft auf einen guten Ratgeber angewiesen. Ob er den kostenlos bekommen kann, steht in den Sternen.
Die vielseititgen Fragebögen, nach denen die Jobcenter verlangen, stecken voller Fragen, sie sich nur mit amtsdeutschen Wissen erfassen lassen. Die Einreichung der Unterlagen sind aufwendig und verlangen Geduld von beiden Seiten. Die Recherche gilt den Rücklagen, die der kleine Mann nicht „Hartzsicher“ – tolle neue Wortschöpfung – machen konnte.
Nachdenklich
Jetzt sitze ich hier und suche einen schönen Anfang einer Geschichte, die sich tatsächlich zugetragen hat.
Der Anfang ist das schwierigste. Nicht nur im Schreiben, sondern auch im Leben. Ein Anfang ist immer eine neue Situation, in die man eintritt, von der niemand weiß, wie die Situation sich entwickeln wird. Ob sie in z.B. in meinen Sinne veräuft oder sich von meinen Vorstellungen so weit entfernt, das ich die vorgedachte Situation absolut in den Wind schreiben kann.
Doch die Einleitung ist immer das Wichtigste – ob es sich im Leben um eine neue Situation handelt oder um eine Geschichte, die mit einer stimmungsvollen Einleitung den Leser fesselt.
blaue Nacht am Hafen
Warum ich grad heute an ihn denke, dass weiß der Himmel. Vielleicht auch, weil heut Himmelfahtstag ist und er schon lange im Himmel ist.Doch zu seinen Lebzeiten hatte er uns Dörfler mit seinen Kapriolen unterhalten. Für mich – damals war ich ja noch ein Kind – waren die Menschen so wie sie waren. Eine herausragende Eigenschaft prägte den Menschen und dass macht ihn dann zu dem, was er für mich und den Rest des Dorfes für jeden war.Dieser Mann – er war unser Nachbar im Haus schräg gegenüber und trank nach Feierabend gern einen über den Durst. Am Tag ging er brav seiner Arbeit nach und den Abend ließ er gern in der Kneipe ausklingen. Den Weg zwischen Kneipe und Haus kürzte er ab und lief quer über die große Kuhkoppel.
Im nüchternen Zustand und bei Tag war die Wiese keine Hürde. Die Kühe sind ja eher friedliche und neugierige Wesen.
Am Abend machte er sich als stiller Zecher in der Kneipe gemütlich. Spät in der Nacht zog es ihn dann doch mit weichen Knien und im Schlängelauf über die Koppel zu seiner Famile. Doch machmal zog ihn der Rausch aber schon vor dem Eintreffen zu Haus in die Tiefe. Einmal fand man ihn blau wie eine Haubitze auf der Wiese und war auf den rückend liedend schwelgend das Lied singen:
„Blaue Nacht, oh blaue Nacht am Hafen.
In der Ferne rauschen Mehr und Wind.
Und die Schiffe liegen still und schlafen,
Die von weit, weither gekommen sind.
Und im Schatten einer Bootslaterne,
Stehen zwei und finden nicht nachhaus,
Und sie sagte: Liebling ach wie gerne
Ging ich morgen mit aufs Meer hinaus. ..“
Das sprach sich im Dorf schnell rum und von da an wurde er von allen nicht mehr mit „Werner“, sondern „blaue Nacht“ gerufen.
Jetzt ist Werner aber schon im Himmel und darf sich die die blaue Nacht aus der Nähe ansehen.