Rostock tanzt

Das Leben auf der Straße kann bunt sein, heut war es besonders bunt und frabenprächtig

Eigendlich wollte ich nach der kurzen Versammlung von meinem Sportverein grade wegs nach Haus. Es war schon um die Mittagsstunde und die Sonne brannte wie überall in Deutschland von Himmel herab. Doch auf dem Weg zur Straßenbahn hörte ich aus der Ferne rhythmische Musik. Sie kam vom Kröpeliner Tor.

“Wo man singt und tanzt, da laß dich nieder” und es waren schon viele Menschen an der kleinen Bühne, die heut unter dem Motto: “Rostock tanzt” alle Tanzgruppen der Stadt die Möglichkeit gab, sich in ihrem Glanz zu zeigen.

Als ich direkt an der Bühne stand, wurde grad die kleinen “Hasen” verabschiedet.

Die jungen Talente bekamen wenig später einen Scheck von 500 Euro von Sponsoren überreicht.

Während dessen machten sich die farbenprächtig gekleideten Frauen für ihren Auftritt bereit.

Selbst ich als Frau mußte sagen, jede Frau von ihnen ist eine Augenweide.

Dann wurden die ersten orientalischen Klänge laut und die Frauen zogen mit ihren weichen Hüften einen Kreis.

welch weibliche Reize, die sich in den weichen Körpern wiegen

Mit zahlreichen Hüftschwüngen haben sie nicht nur die Männeraugen hungrig gemacht, auch meine Kamera konnte nicht genug von dem Anblick bekommen.

Die gelösten Tücher entfalteten eine zusätzlich Farbenpracht

Sie malten lebende Bilder auf der Straße

zeigten kunstvolle Figuren am Boden

um sich in graziösen Posen ihren Zuschauern zu präsentieren

Eine Tänzerein war schöner als die andere

In der Regel sieht man bei den Tänzerinnen immer Top-Figuren, besonders wenn der Bauch frei getragen ist. Doch nicht nur sie allein verstehen sich auf den orientalischen Hüftschwung.

auch sie war eine Augenweide, die mit viele Erotik ihre Hüften schwingen lies

Der orientalische Tanz ist ja mehr eine Domäne der Frauen, doch wo schöne Frauen sind, bleiben die Männer nicht lange fern.

mit viel Spaß und Elan warfen die Männer sich ebenfalls in den Tanz

und verbanden sich liebevoll mit den strahlenden Frauen

und drehten mit ihnen kraftvolle Kreise

Doch dann war die Batterie meiner Kamera aufgebraucht und den Flamenco-Frauen schaute ich einfach nur zu, ohne nach einem Schnappschuss Ausschau zu halten.

Ostseegrüße

Blick von Warnemünde auf die hohe Düne mit seinem neu erbauten Yachthafen. Es ist ein malersicher Ort geworden und ich beneide jeden Segler, der dort nach einer langen Seereise anlegen kann

In meinem nächsten Leben werde ich erst schwimmen lernen und dann wie Tania die Welt im Sturm erobern. Nachdem ich den Reisebericht ausgelesen hatte, litt ich tagelang unter Fernweh und Mangel an Abenteuerlust.

Der alte Strom in Warnemünde ist immer gut besucht – zu jeder Jahreszeit.

Wenn Passanten sich niederlassen, erwarten die Möwen immer eine Spende, denn die Fischkutter fahren ja seit Jahren schon nicht mehr zum Fischen raus, statt dessen werden die Besucher von Warnemünde auf das Wasser gefahren, damit sie sich die frische Brise der Ostseeluft um die Nase wehen lassen können.

Ostseesand gibt es genug, denn der Strand von Warnemünde ist wahnsinnig breit.

Für die Einheimischen ist der Strand manchmal zu breit und nehmen die Fähre zur anderen Seite der Warnow und legen sich am schmaleren Strand von Markgrafenheide – eine kleiner Badeort gegen über von Warnemünde in dem es kein Supermarkt gibt.

Der bekannte Leuchtturm von Warnemünde mit dem Teepott an seiner Seite

Der Leuchturm ist einer der wenigen, die abends das Licht noch rundum leuchten lassen.

Stimmungsbild von der Warnow, die in der Ostsee mündet

Abendbilder in Gegenlicht der Sonne sind immer ein Augenschmaus. :-)

Leben im Sumpf?

Manchmal weiß ich nicht, ob ich resignieren oder nur weinen soll. Denn wenn ein Ding auf das andere trifft, dann bleibt auch mir manchmal die Luft weg und sie reicht kaum noch zum durchatmen. Ich glaube, zahlreiche Systeme in dieser Gesellschaft dienen als Daumenschrauben, die jeder jeden aufsetzen kann, wenn er an der richtigen Stelle sitzt. Aber wer seine Daumen rein hält, ist immer nur der dumme Mann und der arme Mann. Wenn der Mann dann noch Glück hat, ist er beides zusammen und seine Daumen sind schon platt, bevor er das Leben an sich überhaupt erreicht hat.

Manchmal frage ich mich, wie lange das noch gut gehen kann, der Druck der auf die Menschen lastet, der Druck zum Überdruck wird um ihn an andere irgendwann weiter durch zu reichen. Ich glaube, so langsam höhlen wir alle aus und auch erwische mich bei dem Gedanken, was geht mich fremdes Elend an. Damit meine ich nicht hilfebedürftige Menschen in schwierigen Situationen, sondern die Wirtschaft, wie sie sich heute zeigt.

Vor Monaten sah ich unsere Wirtschaft als Sumpflandschaft in der sich die Reichen ihre separaten Inseln errichteten, auf der die Landschaft weiter grünt und blüht. Nur das Umland war versumpft und in dem musste der Rest der Welt leben. Doch nun haben die reichen Inselbewohner auch noch ihre gierigen Blutegel in den Sumpf geworfen. Diese saugen die Sumpfbewohner bis auf den letzten Gefühlstropfen aus, bis keine Gefühlsregung mehr in ihm ist. Vereinzelte Sumpfmenschen mutieren zu blinden Monstern.

Ich hoffe, dass meine Vision sich geirrt hat und der Mensch bleibt was er ist, ein gefühlvolles Wesen.

Du bist wieder frei

Als ich vorgestern zurück gezogen in meinem Zimmer saß, klingelte es an der Tür. In dem Falle geh ich immer davon aus, das Sohnemann Besuch bekommt und ich hebe gar nicht erst meinen Hinter. Es dauert auch nicht lange, da geht Sohnemann an die Tür. Der Zufall will, dass ich unter dem leicht geöffneten Fenster sitze und ich kann mithören, was der Fremde an der Tür möchte.

Er stellt sich mit Namen vor und bittet Sohnemann doch mal zu ihm nach draußen zu kommen. “Ok” sagt Sohnemann, denn in meinem Rücken ist die Wohnungstür, ich kann auch hören, was er sagt. “OK” denke ich, die kennen sich dann wohl. Trotzdem werfe ich einen Blick auf den Eingangsbereich, von dem sich ein stämmiger Mann entfernt und Richtung Auto geht. Ich sehe ihn mit kritischen Augen an und überlege für einen Moment, ob ich eingreifen soll. Mein Beschützer-Instinkt als Mutter läuft auf Hochtouren und läßt schon mal ein kleines rotes Lämpchen flaggern.

Wenig später geht Sohnemann raus und steuert auf das Auto zu, in dem der stämmige Mann schon sitzt und auf ihn wartet. Meine Adleraugen bleiben am Auto und ich ringe mit mir, ob ich mit einem Tiger-Gebrüll das Auto stürme um meinen Sohn rauszureißen.
Doch ich verdränge mein Verlangen, statt dessen laufe ich wie ein Tiger im Käfig am Fenster auf und ab und warte, das Sohnemann das Auto wieder verlässt. Aber er sitzt und sitzt und sitzt und sitzt.

Mein Geduld steht unter Stress, dann kommt Sohnemann wieder zurück ins Haus, während der Fremde im Auto sitzen bleibt und keine Anstalten macht, wieder ab zufahren.

Kaum dreht sich der Schlüssel von Sohnemann in Schloß, spring ich wie ein Tiger auf den Flur und verlange eine Erklärung. “Das ist gar nicht gut” antwortet Sohnemann mir. Das finde ich auch, denn sonst tischt er mir heldenhaft einen kleinen Schwindel auf, damit er vor mir immer noch als Held dazustehen. Doch diesmal tut er es nicht, sondern er macht eher einen blassen Eindruck auf mich, der auf einen riesen Schrecken hinweist. In meinem Kopf rasen Gedanken von Geld eintreibenden Dealern, die mit extremen Drohgebärden ihr Geld einfordern. Der Raum der Spekulation ist unendlich.

“Das sieht nicht gut aus” antwortet Sohnemann noch mal und sortiert hinter seinem Vorhang zwischen seinen CD´s. “Ich muss nur noch was rausbringen” und schon verschwindet er mit 2 CD´s in der Hand wieder Richtung Auto. Meine Adleraugen kleben noch am Auto, als Sohnemann wieder Richtung Wohnung geht.

Kaum ist er wieder zurück, springe ich ihm förmlich ins Gesicht, ich will eine Erklärung, er sieht immer noch blass aus. Zwar ist die Blässe nicht so, als hätte er ein Gespenst gesehen, aber er muss nahe dran gewesen sein.
“Der kam von Video-Verleih und hat sich zwei Spiele geholt. Die hab ich ganz und gar vergessen”. Es macht Ratter in einem Kopf – wie in einer Uhr in der die Zugfeder überspannt wurde – und ich sehe nur noch rot – rote Zahlen ohne Ende. Wenn der Verleier direkt ins Haus kommt und sich die Dinger persönlich abholt, geht es nicht nur um ein paar Tage.

Sohnemann will den “Schon- Waschgang” mit mir fahren und gibt Stufenweise seine Schulden zu, die er dem verleih jetzt schuldet. Er beginnt bei 50 Euro, setzt dann noch einen drauf, dann noch einen und dann noch einen – bis ich fast 200 Euro geschluckt habe. “Wir haben Ratenzahlung vereinbahrt” tröstet mich Sohnemann. Wir beide wissen, dass er dieser Verpflichtung nicht nachkommen kann.

“Naja – das ist ja sein Ding” damit will ich mich wieder runterschalten, doch als ich am Abend heimkehre, klingelt das Telefon. Es ist der stämmige Mann, der an der Wohnungstür geklingelt hatte. Er möchte wissen, wann Sohnemann die erste Rate zahlen kann und dann erklärt er mir, dass sie die säumigen Jugendlichen aufsuchen, bevor sie die Mahnung anein Inkasso-Dienst weiter reichen.

Der Mann auf der anderen Seite ist nett und wir suchen gemeinsam einen Weg, wie wir das “Kind” aus der Scheiße ziehen. “Ein bisschen kann ich ja nachlassen, wenn sie das Geld komplett einzahlen können”. Wir unterhalten uns noch weiter über Gott und die Welt, ich darf noch sein Alter schätzen und hab ihn viel jünger geschätzt, als er ist, dann verabreden wir uns für den nächsten Tag in der Videothek. Er wartet schon auf mich und ich trage schweren Herzens das Geld, dass ich nun in den Wind schreiben kann, ins Haus, brauche fast eine moralische Stütze.

Der gute Mann rechtet mir noch einmal – wegen Recht und Ordnung – die Verleih- Gebühren vor und sagt: “Ich lasse ihnen 50 Euro nach, weil wir uns gestern so gut unterhalten haben” Erleichtert ziehe ich einen Fuffi wieder ein. Kaum vor der Tür hole ich mein Handy aus der Tasche und rufe Sohnemann an: “Du bist wieder frei”

Ausflug

Wir haben uns was gegönnt – wir Yoga-Frauen aus meinen Gruppe – und haben uns einer Gruppenreise angeschlossen, die mein Aikido-Trainer und Qi Gong Meister für dieses Wochenende organisiert hatte.

Am Freitag Abend führen wir Richtung Osten und zogen für 2 Tage in ein Burgschlösschen – gelegen zwischen Rostock und Stralsund – ein, genauer gesagt, die Wasserburg von Turow.

Während mein Trainer mit seiner Gruppe Qi Gong machte, machte ich mit meinen Frauen Yoga. Zur Abwechslung gab es noch “Trance-Tanz” – als Tanz mit verbundenen Augen und abwechslungsreiche Meditaionen.

Hier ein paar bildliche Eindrücke vom malerischen Ort Turow und seiner Wasserburg.

Selbstbildnis

Der Eingangsbereich mit einem kleinen Glockenturm. Er wurde noch genutzt um die Bewohner zum Essen zu läuten</i

Die Seitenansicht des Gebäude hatte etwas von einer Festung. Es gab auch Schießscharten, die auf den Bild nicht zu sehen sind

von dieser Seitenansicht ist ein Blick auf die kleine Glocke möglich

im umgebauter Speicher befindet sich ein kleiner Saal, in dem die Qi Gong Gruppe ausreichend Platz hatte

Für alle eine schöne Umgebung

Dies ist der “Ahnensaal” in dem ich mit den Frauen Yoga machte.

Auf den Heimweg gab uns Adebar noch einmal kurz die Ehre

Alles im allem ein gelungenes Wochenende, obwohl ich am Anfang etwas aufgeregt war, weil eine Veranstaltung in dem Rahmen für mich auch neu waren. Am Anfang waren mir fast die Übungsfolgen aus dem Kopf verschwunden – aber das war nur ein kurzer Moment, dann kam ich wieder in meinen Fluß.

Hier noch ein paar bildliche Impressionen von der Wasseburg Turow.