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Alle Jahre wieder

Dezember 23, 2009

Heut in 24 Stunden ist alles wieder vorbei. Die Geschenke sind ausgepackt, der Boden ist mit Geschenkpapier bedeckt und nicht nur die Kinder spielen mit ihren Geschenken zum heiligen Abend.

Bevor es soweit ist, laufen sich erst mal die Telefonleitungen heiß. Jeder fragt Jeden, was der andere sich wünschen könnte, denn niemand möchte sein Geschenk für den Anderen in den Sand setzen. Dann kommen die Korrekturen und Veränderungen der Anfangswünsche, bevor es endgültig ans einkaufen geht. Jeder hat für jeden etwas ergattert, denn schließlich geht es um eine Lücke, was der andere eben noch nicht hat.

Als Gegenleistung ist ein überaschendes Gesicht für mich unbezahlbar und so scheue ich weder (Fix)Kosten noch Mühe und machte ich mich heut auch ein letztes mal auf die Socken, um die letzten Geschenke

  • für Kinder und Kindeskinder,
  • für Schwiegersohn und Schwester,
  • für Schwager und Neffe

zu kaufen und einzupacken.

Weihnachten 2009 kann kommen – Weihnachtsmann ich komme :-)

Katze singt… – MyVideo

Ich wünsche allen meinen Lesern

ein schönes und besinnliches

Weihnachtsfest

 

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Schlüsselproblem

Dezember 5, 2009

Es ist nicht das erste mal, dass ich auf ein Schlüsselproblem stoße. Insgesamt das 3. mal in meinem Leben und immer waren Hintergrund und der Ablauf ähnlich.

Ich bin die letzte, die das Haus bzw. den Dienstraum verlässt. Nach mir kommt erst der nächste Arbeitstag. Nach Stunden schießt mir eine zweifelhafte Frage wie ein Kugelblitz in meinen Kopf: “Hast du überhaupt abgeschlossen bzw. das Radio ausgemacht?” und das, obwohl ich es Jahre zuvor auch immer zuverlässig tat. Und jedes mal bohrt sich die offene Frage wie ein Parasit in mein Gehirn und weigert sich auch nach Ruhigstellung meine Gehirnwindungen zu verlassen. Sie nagen sich weiter durch alle Gehirnwindungen und die halbe Nacht und geben keine Ruhe, bis ich Klarheit hab, ob ich als Letzte auch wirklich alles pflichtgemäß hinterlassen habe.

Fall 1:

Einmal hatte ich mir per Telefon bis Mitternacht Klarheit verschafft, weil mir jemand bestätigen konnte “Alles klar, du hast das Radio im Büro ausgemacht” und konnte mich zurück lehnen und meinen verdienten Schlaf holen. Kaum war ich eingeschlafen, hörte ich die Feuersirene – sie war unmittelbar in meiner Wohnungsnähe – und mein erster Gedanke war, das Dienstgebäude brennt, weil ich vergessen habe, das Radio im Büro aus zu schalten. Gleich darauf folgte der beruhigende Gedanke, dass mir per Telefon bestätigt wurde, dass für mich alles roger war. Das Feuer brach wenige Meter von meiner Wohnung aus, Es war eine alte Baracke, sie brannte schon lichterloh, als ich neugierig aus meinem Schlafzimmerfenster schaute.

Fall 2:

Ein anderes mal ließ ich mich nach Mitternacht  mit einem Taxi vorgefahren, hab selber überprüft, ob ich das Dienstgebäude – ich hatte es als Letzte verlassen – abgeschlossen hatte. Es war das Büro einer Immobilienfirma und lag im Erdgeschoß mit einer großen Eingangstür zur Straße. Kurz vor dem Einschlafen schoss mir wieder so eine zweifelhafte Frage  wie ein Kugelblitz in meine Gehirnwindungen: “Hast du überhaupt abgeschlossen?” So plötzlich, wie der Kugelblitz in meinem Kopf eintraf, genau so schnell saß ich hellwach und aufrecht in meinem Bett und bot alle meine geistigen Kräfte auf, um ich daran zu erinnern. Doch dort, wo meine Erinnerung war, war nur ein schwarzes Loch. Meine persönliche Überprüfung ergab, ich hab die Räume ordnungsgemäß abgeschlossen und konnte beruhig schlafen gehen. Mein damaliger Chef fand das am nächsten Tag ungeheuer lustig.

Fall 3:

In einem Mehrgenerationshaus gebe ich eine Yogastunde pro Woche und das schon seid 2 Jahren. Weil ich an dem Tag die Letzte ich Haus bin, hat man mir den Schlüssel zum schafschließen ausgehändigt. Also muss ich nicht nur abschließen, sondern auch die Alarmanlage einschalten. Vergesse ich das, wird bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Alarm in der Wach- und Schließgesellschaft ausgelöst und die rücken an, um nachzuschauen, was los ist. Der Einsatz kostet.

Nach der Yogastunde hab ich ca. 45 Minuten Straßenbahnfahrt vor mir, um nach Haus zu kommen. Noch bevor ich die Straßenbahn verlassen konnte, schlug der Kugelblitz wieder in meinem Kopf ein. “Hast du überhaupt scharf geschlossen?” Alle Abläufe vor und nach dem scharfschließen, konnte ich aus der Erinnerung rekonstruieren, jedoch nicht den entscheidenden Moment. Meine Felle schienen unwiederbringlich wegzuschwimmen, denn ich hätte vor dem Alarm das Gebäude nicht mehr erreicht. Das schwarze Loch in meiner Erinnerung lies sich auch nach intensivem Nachdenken nicht schließen.

Ich musste auf jeden Fall handeln, wollte ich mich über Nacht nicht einem nervenaufreibenden Höllentrip ausliefern.

Ich rief die Polizei an, sie suchten nach der Wach- und Schließgesellschaft, die für das Gebäude verantwortlich war und konnten mir wenig später auch die Telefonnummer nennen. Die Sicherheitsleute der Firma hielten sich nach meinen Notanruf jedoch bedeckt, denn ich gehörte ja nicht zu den Eingeweihten. Sie würden aber alles regel, dass zur rechten Zeit die Alarmanlage eingeschaltet werde. Ich war erleichtert. Eine Rückmeldung, ob ich das scharfschließen vergessen hatte oder nicht, bekam ich jedoch nicht.

Später stellte sich jedoch heraus – ich hatte auch an dem Abend die Alarmanlage ordnungsgemäß angeschaltet.

 

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Der Stein des Anstoßes

November 9, 2009

Nicht geklaut sind die Bilder, sondern selbstgemacht – direkt und frisch vom laufenden Programm. Die Liveübertragung zum 20. Jahrestages vom Mauerfall.

Beeindruckende Bilder – ich wäre gern dabei gewesen und leider hab ich nur den Rest der Liveübertragung gesehen. Zum Glück kam ich noch rechtzeig nach Haus und so konnte ich sehen, als der erste Stein gestoßen wurde und die Reise der fallenden Steine begann. 

Der erste Stein wird angestoßen 

und sie fallen und fallen  

die Politik strahlt 

ein Stein blockt – symbolisch für die Mauer der Armut und andere politische Mauern zwischen den Völkern 

die Mauer ist gefallen 

Freudenfeuer überall  

strahlende Gesichter auch überall

Was ist mir von den nächsten 20 Jahre wünsche:

  • Arbeit für jeden
  • Ausbildung für jeden
  • ein friedliches Leben
  • eine gesunde Umwelt
  • ein gesundes Klima
  • eine sichere Zukunft für meine Kinder und Kindeskinder und deren Kinder usw.
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Heute vor 20 Jahren

November 9, 2009

In den Medien überschlagen sich schon seit Tagen die Berichte über den Mauerfall vor 20 Jahren und heut geht diese Berichterstattung in die heiße Phase. Reflektiert wird nur, was in die Zeit passt, alle anderen Eindrücke bleiben unerwähnt. Deshalb finde ich mich in fast keiner Berichterstattung wieder und sehe immer wieder mit Erstaunen zu, wie sehr viele unter dem System von damals gelitten haben.

Grundsätzlich möchte ich sagen, dass ich mich von vielen Vorkommnissen, die Menschenrechte verletzten und erst nach der Wende bekannt wurden, verabscheue und ich damals – grade weil ich darüber nichts wusste – in so etwas wie einer heilen Welt lebte. Mein Horizont reichte so weit, dass ich nur meine unmittelbaren Lebensbereiche überblicken konnte und in der gab es keinen wirklichen Widerstand gegen die Politik und wenn, dann ging er über kritische Worte nicht hinaus und die betrafen fast immer nur die Warendecke der DDR, die ja bekanntlich mehr als dünn war.

Mein ältester Sohn – damals 13 Jahre – empfand den Übergang von Ost nach West als Übergang von einem wohltemperierten Raum in eine Kühlkammer. Das erzählte er mir kurz nach der Wende und das, obwohl er das neue Land in dem er jetzt leben sollte, noch gar nicht kannte.

Mein jüngster Sohn war grade geboren und ich wurde am 9. November aus der Klinik entlassen.

Die Umbruchzeiten hatten damals meinen Kopf in Beschlag genommen und es gab keine Minute, in der sich mein Hirn nicht mit dem Konflikt unseres Landes auseinandersetzte. Ich hatte grade Frieden in meinem Leben gefunden und nun schwand der gesellschaftliche Frieden täglich mit rasanter Geschwindigkeit. Ich hatte Mühe in meinem Kopf die Ereignisse mit meinen aufkeimenden Ängsten abzugleichen. Ich erinnere mich, dass ich in schlaflosen Nächten in der Wochenstation fast vergessen hatte, dass ich grade eine Sohn  geboren hatte…so sehr nahmen die gesellschaftlichen Ereignisse mein gesamtes Innenleben in Beschlag.

Alle Zeitungsartikel aus der damaligen Zeit enthielten Hoffnungsschimmer dass der Sozialismus doch noch nicht am Ende ist – alle anderen warf ich weg. ja ich zerriss sie, so wenig konnte die Worte der Andersdenkenden ertragen.

Am 9. November kam ich mit meinen 5 Tage alten Baby aus der Klinik und aber kein Taxi, dass uns beide nach Hause fuhr. Der Vater bemühte sich vergeblich, ein Taxi zu rufen und ich wollte schon mit der Straßenbahn – das Baby im Arm – nach Hause fahren. Da kam mir die rettende Idee, ich könnte mich von meinen Kollegen nach Hause fahren lassen. Es klappte und so stand ich zu Haus mit einem Neugeborenen im Arm und nichts mehr war so, wie es vorher war. Die Regierungen der Stadt und des Landes waren zurück getreten und ich hatte meine Arbeit mehr.

Zum Glück war ich mit dem Baby beschäftigt und so erfuhr ich von den Ereignissen nur über die Medien, daran teil nehmen – egal auf welcher Seite – konnte ich nicht.

Abends zur vorgerückter Stunde, ich versorgte meinen kleinen Sohn grad – kam der Vater des Sohnes aufgeregt aus dem Wohnzimmer zu uns beiden: “Komm, dass musst du dir unbedingt ansehen” und dann lief er schon wieder aufgeregt ins Wohnzimmer zurück. Ich legte den Kleine zu Bett und wollte mit ihm fernsehen. Doch was ich sah, ertrug ich nicht. Glückliche und euphorische Menschen bestiegen die Mauer von Ost und West. Sie waren glücklich und ich unglücklich. Wie konnten sie alles wegwerfen, was viele Menschen vorher mühevoll aufgebaut hatten – es gab kaum noch Privateigentum, fast nur noch Volkseigentum. Doch das wollten die Menschen nicht – sie wollten ihre Freiheit, von der ich bisher nichts wusste. Eine Art von Freiheit, die ich mit ihnen nicht teilen konnte. Ich wollte nur noch mein Leben zurück, dass die Menschen von damals mit sich rissen.

Und all die Menschen von der anderen Seite, was wollten sie auf der Mauer, die uns bisher von ihnen fern hielt?

Die erdrückenden Massen stürmten nicht nur die Mauer in Berlin, nein sie drangen viel weiter vor. Sie drangen in mein Wohnzimmer ein, in meine heile Welt und zerschlugen alles, was ich mir bis dato erkämpft hatte. Mein Wohnzimmer war angefüllt mir euphorischen Menschen und es gab kein Platz mehr für mich. Ich fühlte mich erdrückt und an die Wand gepresst. Auch die Freude meines Freundes konnte ich nicht teilen. “Ist das nicht toll?” wollte er mich mit seiner Begeisterung mitreißen, doch ich war noch nicht so weit. Ich stand an der Wand und konnte nur noch einen Gedanken zulassen: “Wie komme ich hier raus?”

Der Fluchtgedanke war übermächtig und stand über jedes rationales Denken und ich erkannte zum ersten mal, wie die Andersdenkenden unseres Landes – das mir damals am Herzen lang – empfunden haben mussten.

Ich gab meinem Fluchtgedanken nach und floh in mein Schlafzimmer – meine Höhle und Zufluchtsort – nahm meinen Kleinen eng an die Brust und unter Tränen zog ich mir die Decke über den Kopf.

 

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Geisterbeschwörung

Oktober 28, 2009

Gestern waren die Nachrichten ja voll davon. Der Film über Michael Jackson kommt in die Kino´s. Seine letzten Tage wurden festgehalten und dokumentiert. Seine Fans´sehen in wieder in seinem Element, in seinem Tanz und seinem Gesang. Beides ist so miteinander verschmolzen, das der “Knochenjob” auf der Bühne eine Leichtigkeit ausstrahlt, so als könne das jeder von uns nachmachen.

Der Film soll eine halbe Milliarde einspielen und davon werden in den nächsten 14 Tagen schon die ersten 25Millionen Einnahmen erwartet. Wieder eine Superlative von Feinsten. Wie macht der Mann das nur, was geht von ihm aus, dass so ein internationales Interesse auch nach seinem Tod bestehen bleibt.

Täglich werden seine Fans mit kleinen Nachrichten am Ball gehalten und jeder verschlingt sie – auch ich – weil man sich ihm auf diese Weise nahe fühlt und das Gefühl vermittelt, dass er vielleicht doch an am Leben ist.

Zumindest mit seinem Geist will man es in der Halloween-Nacht aufnehmen und in einer spirituellen Sitzung mit ihm Kontakt aufnehmen. Eine Esoterikerin in London den Kontakt zu ihm im Jenseits ausnehmen und im Twitter wird darüber berichtet.

Schön, dass es solche Möglichkeiten gibt ;-) aber für uns Fans ist es dann die Bestätigung

“Michael Jackson lebt für uns im Jenseits weiter”

Vollbildaufzeichnung 28.10.2009 105146.bmp